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Göttingen Für mehr Kastrationen von Straßenkatzen
Die Region Göttingen Für mehr Kastrationen von Straßenkatzen
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17:34 11.01.2018
Die Katze "Hexe" im Gebüsch im Außengehege des Katzenhauses in Göttingen. Quelle: Foto: Pfoertner
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Göttingen

„Ich finde die Förderung vom Land Niedersachsen gut, die hätten wir schon viel früher gebrauchen können“, kommentiert Monika Bossmann, Leiterin des Katzenhauses Luttertal in Göttingen, das Projekt. Jedes Jahre würden ihrer Meinung nach viel zu viele ungewollte Katzen geboren. Das Projekt des Landes Niedersachsen ermögliche es den Mitarbeitern des Göttinger Katzenhauses jetzt, Hauskatzen von Tierärzten dann kostenlos kastrieren zu lassen, wenn ihnen kein Besitzer zugeordnet werden kann. Anschließend werden die kastrierten Katzen per Mikrochip gekennzeichnet und im Haustierregister verzeichnet. Die Tierarztpraxen bekommen die Kosten auf Antrag vom Land erstattet, heißt es in einer Mitteilung. Die Aktion starte am Montag, 15. Januar, und läuft bis Mitte März. Gebrauch davon machen können Tierschutzvereine, Tierheime und Betreuer von kontrollierten Katzenfutterstellen.

Die Mitglieder von Katzenhilfe, Katzenhaus Luttertal und dem Tierschutzverein Friedland haben ein Kastrationsgebot für freilebende Katzen bereits seit langem gefordert. Ob die Aktion ausreichend dafür sein wird, das Leid der Straßenkatzen zu verringern, stellt Bossmann aber in Frage. „Ich weiß nicht, ob das mit einem Mal getan ist. Es gibt immer wieder Katzen, die übersehen werden und Menschen, die unliebsame Katzen loswerden wollen“, erklärt sie.

Ihre Erlebnisse der letzten 25 Jahre, in denen sie für das Katzenhaus Göttingen tätig ist, waren zum Teil schockierend. „Die Katzen werden in Kartons im Wald gefunden“, erzählt sie. Einmal fand sie eine tote Katzenmutter in einem Bach. Drei von ihren Babys waren auch ertrunken, lediglich eins hatte sich lebend ans Ufer gerettet. Das Katzenhaus liegt an der B27 zwischen Göttingen und Roringen. Bis zu 120 Tiere werden hier zu Spitzenzeiten versorgt. Das Katzenhaus vermittelt jährlich rund 160 Katzen in neue Familien. „Diese Zahl zeigt, dass ein hoher Aufklärungsbedarf in der Heimtierhaltung besteht“, sagt Bossmann.

Viele Straßenkatzen sind stark abgemagert

Geschätzte zwei Millionen Straßenkatzen gibt es bundesweit. Sie stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängern aus Privathaushalten oder ausgesetzten Tieren ab. Als domestizierte Heimtiere sind sie auf menschliche Zuwendung angewiesen.

Straßenkatzen sind in Niedersachsen ein Problem. Viele Tiere seien abgemagert, litten an Wurm- und Parasitenbefall und verletzten sich in Rangkämpfen, teilte das Landwirtschaftsministerium in Hannover mit. Insbesondere durch unkontrollierte Vermehrung verschärfe sich die Situation der aktuell rund 200 000 heimatlosen Tiere im Bundesland von Jahr zu Jahr. Eine nachhaltige und tierschutzgerechte Methode, um ihre Zahl in den Griff zu bekommen und das Leid zu minimieren, ist die Kastration. Deswegen wolle die Landesbeauftragte für Tierschutz, Michaela Dämmrich, in Zusammenarbeit mit der Tierärztekammer dem Elend begegnen, indem möglichst viele Katzen registriert und kastriert würden. 

Der Präsident der niedersächsischen Tierärztekammer, Uwe Tiedemann, betonte, die Tierärzte wollten helfen, Populationen wildlebender Katzen einzudämmen. Eine Katze sei in der Lage, zweimal im Jahr bis zu sieben Junge zur Welt zu bringen. „Bei unkontrollierter Vermehrung wachsen so schnell Populationen von Hunderten von Katzen heran. Die Kastration ist das einzige wirksame Mittel, um dies zu verhindern.“ Ziel sei es, in den acht Wochen rund 2600 Tiere zu kastrieren.

Von Bernard Marks

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