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Göttingen „Furys“ zu Gast in der GT-Townhall
Die Region Göttingen „Furys“ zu Gast in der GT-Townhall
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20:40 21.11.2017
„Fury In the Slaughterhouse“ mit Fans in der GT-Townhall.
„Fury In the Slaughterhouse“ mit Fans in der GT-Townhall. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Seit 30 Jahren sind die Musiker von Fury in the Slaughterhouse aus der nationalen und internationalen Musiklandschaft nicht wegzudenken. Am Dienstag endete die Akustik-Tour „Little Big World Tour“ der Band aus Hannover in der Göttinger Lokhalle. Nur wenige Stunden vor dem Auftritt standen die Bandmitglieder Kai Wingenfelder, Thorsten Wingenfelder und Christof Stein-Schneider mehr als 50 Fans in der GT-Townhall Rede und Antwort. Christoph Oppermann, stellvertretender Tageblatt-Chefredakteur, und Ulli Schubert, Tageblatt-Redakteur, moderierten die Gesprächsrunde im Verlagshaus.

Die mit dem Konzert in der Göttinger Lokhalle abschließende „Little Big World Tour“ sei sehr gut gelaufen, berichteten die Musiker. Die Gruppe habe sich „selbst ein Geburtstagsgeschenk“ machen wollen – zum Erinnern an alte Zeiten und auch zum Genießen. Ein Akustik-Konzert habe ganz andere Qualitäten, sei „eine andere Art des Musizierens“ und ermögliche den Bandmitgliedern auch neue Erfahrungen.

Gleiches gelte für das Publikum: Allein durch die Tatsache, dass die Akustik-Sets vor sitzenden statt stehenden Zuschauern gespielt werden, entstehe ein ruhigeres Konzerterlebnis. Auch sei es gut, als Bandmitglied „ab und zu von der Couch runterzukommen“, scherzte Thorsten Wingenfelder. Für die während der Akustik-Tour gespielten Lieder seien teilweise neue Versionen entwickelt und „mit viel Handwerk“ neu gestaltet worden.

Fury in the Slaughterhouse habe auch die Anfrage bekommen, ein Akustik-Set für das Format „MTV Unplugged“ einzuspielen. Das aber habe die Band abgelehnt. Sie wollte etwas Eigenständiges machen, betonte Wingenfelder. So kam es, dass das Akustik-Album „Little Big World“ im April im Hamburger Grünspan aufgenommen worden sei. Das Grünspan sei eine geeignete Location gewesen, und außerdem „habe ich dort meine Jugend verschwendet“, scherzte Stein-Schneider.

Angesprochen auf die Pläne der Band bezog sich Kai Wingenfelder, der neben „Fury“ mit seinem Bruder Thorsten das deutschsprachige Pop-Duo „Wingenfelder“ bildet, ausschließlich auf das noch laufende Jahr. Unter anderem spiele Fury in the Slaughterhouse noch ein Benefiz-Konzert in Süddeutschland, „und dann feiern wir Weihnachten“. Weitere Pläne haben die „Furys“ nicht.

Infos zu Fury in the Slaughterhouse

geht für die sechs Musiker von „Fury in the Slaughterhouse“ aus Hannover die Reihe der Akustik-Konzerte ihrer „Little Big World Tour“ zu Ende. Seit 1986 hat die Band mehr als vier Millionen Alben verkauft und mehr als 1000 Konzerte gespielt. Anfang der 1990er-Jahre wurden „Fury“ auch international bekannt – mit Hits wie „Every Generation Got Its Own Disease“, „Radio Orchid“ und dem
Album „Mono“.

„Wingenfelder“ seien dagegen im kommenden Jahr wieder auf den Bühnen des Landes unterwegs. Doch im September 2018 stehe für Fury in the Slaughterhouse noch ein besonderer Auftritt an: Dann gehe die Gruppe mit Fools Garden, H-Blockx-Frontmann Henning Wehland und Erfolgsproduzent Mousse T. an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, um auf hoher See zu spielen. So ein Projekt, gaben die Musiker zu, hätten die Bandmitglieder früher nicht unterstützt, doch nun funktioniere es – Jahre später.

Vor ein paar Jahren habe Wingenfelder schon einmal auf einem Kreuzfahrtschiff gespielt, „zusammen mit Peter Maffay“, so Thorsten Wingenfelder. Das sei schon toll gewesen - „ich sage nur: all inclusive“, meinte Wingenfelder schmunzelnd. Stein-Schneider will sich im kommenden Jahr verstärkt der Trompete oder klassischen Gitarre widmen – oder komplett pausieren. Auch das Projekt „Wohnraumhelden“, dem Stein-Schneider angehört, macht erst einmal Pause.

Schubert fragte die drei „Furys“ nach ihren Lieblingssongs. „Smoke on the water“, erwiderte Stein-Schneider wie aus der Pistole geschossen. Gemeint waren aber eigentlich Songs von Fury in the Slaughterhouse. Die Frage sei schwer zu beantworten und von der Tagesform abhängig, so Stein-Schneider.

Kai Wingenfelder erklärte, für ihn sei „Every Generation Got Its Own Disease“ ein Lieblingslied der eigenen Band – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Text nichts an Aktualität eingebüßt habe. Generell freue er sich auch über aktuelle Bands und Musiker aus Deutschland – wie Kraftklub, Clueso, Bosse, Jennifer Rostock oder die Monsters of Liedermaching.

Wenige Stunden vor dem Auftritt standen die Bandmitglieder Kai Wingenfelder, Thorsten Wingenfelder und Christof Stein-Schneider etwa 50 anwesenden Fans in der GT-Townhall Rede und Antwort.

„Aber die haben es schwer“, sagte Wingenfelder mit Blick auf die Bedingungen der heutigen Musikszene. Durch Dienste wie Spotify sei es für Musiker mehr als schwierig, mit ihren Songs ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Und auch wenn sich Hannover offiziell als „Unesco City of Music“ bezeichnen dürfe, so müsse man doch festhalten, dass Musik und Kultur in der niedersächsischen Landeshauptstadt immer mehr verfallen. Stein-Schneider führte als Beispiel für das Sterben der vielfältigen Musikkultur das „Béi Chéz Heinz“ an, ein Kultclub der Szene in Hannover, der nun „plattgemacht“ werden solle. Und jetzt werde auch noch die Kulturpolitik Des Landes in den Händen „irgendeines CDU-Fuzzis“ landen, und der entscheide nun über die Verteilung der Gelder.

Hannover schmücke sich mit einer vielfältigen Kulturszene – damit könne aber nicht nur Chor- oder Klassische Musik gemeint sein. „Unsere Kultur existiert nicht“, so Stein-Schneiders Urteil zur Förderung von Rockmusik.

Die Tageblatt-Leser, die den Eintritt zum Treffen mit Fury gewonnen hatten, nutzten die Gelegenheit, Fragen an die „Furys“ zu richten. Unter anderem konnte die Frage geklärt werden, ob die Band in der heutigen Zeit noch einmal versuchen werde, als Band erfolgreich zu sein. Die drei Musiker waren sich einig, dass sie sich mit dieser Vorstellung nicht anfreunden können. „Ich bin auch froh, dass damals noch nicht so viel fotografiert wurde wie heute“, so Stein-Schneider. Thorsten Wingenfelder ergänzte, dass ihm generell die Entwicklung der modernen Kommunikationsmittel „auf den Sack“ gehe. Wenn er Facebook nicht zu Marketingzwecken nutzen würde, würde er den Account löschen.

Townhall-Gast Matthias Schenke hatte zwar keine Frage, überreichte den „Furys“ aber ein Geschenk mit Bezug zur Duderstädter Musikwerkstatt. Darin enthalten: Eine Flasche Tequila. Dieser Wunsch habe auf der Cateringliste der „Furys“ gestanden, als sie vor vielen Jahren in der „Werkstatt“ in Duderstadt auftraten. Schenkes Wunsch: Dass Fury in the Slaughterhouse noch einmal dort spielen – „zu den Konditionen von damals.“

Nach dem Interview in der Townhall nahmen sich die „Furys“ Zeit für die Fans und gaben Autogramme. Danach ging es zum Soundcheck in die Lokhalle – und zum letzten großen Fury-Konzert in diesem Jahr.

Von Maren Iben

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