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Göttingen Verfahren gegen Göttinger G20-Gegner eingestellt
Die Region Göttingen Verfahren gegen Göttinger G20-Gegner eingestellt
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00:22 04.11.2018
Polizeieinsatz bei der Hausdurchsuchung in der Lange Geismarstraße im Dezember 2017. Quelle: Brakemeier
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Göttingen

Anfang Juli 2017 trafen sich in Hamburg die Vertreter der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Bei den Protesten gegen diesen Gipfel kam es zu Ausschreitungen und Polizeiübergriffen. Insgesamt wurden 345 Straftaten angezeigt, 186 Personen festgenommen, 225 weitere in Personengewahrsam genommen und 51 Haftbefehle erlassen.

Im Zuge der Ermittlungen gegen mutmaßliche G-20-Gegner durchsuchte die Sonderkommission „Schwarzer Block“ der Hamburger Polizei bundesweit Wohnungen und stellte Beweismaterialien sicher – auch in Göttingen. Drei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren am 5. Dezember vor Ort – unter anderem in der Lange Geismarstraße. Und eben dort ereignete sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft am besagten Morgen gegen 7.35 Uhr eine Straftat: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte steht auf der Anklage.

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Augenscheinlich links

So soll der heute 30-Jährige mit dem Fahrrad eine Polizeisperre durchbrochen haben. Während sich weiter oben am Albanikirchhof der spontane Protest gegen die Wohnungsdurchsuchung im Roten Zentrum formierte, wurden am unteren Ende der Straße zwei Beamte postiert. Ihr Auftrag: Menschen, die augenscheinlichen dem linken Spektrum angehören, wird der Zutritt verweigert. Auf besagten Fahrradfahrer und seine Begleiterin traf dies offenbar zu.

Der angeklagte 30-Jährige sei mehrfach der deutlichen Aufforderung stehenzubleiben nicht gefolgt und habe zudem seine Identität nicht preisgeben wollen. Von Polizeibeamten gegen eine Hauswand gedrückt habe er sich nicht gefügt, so die Staatsanwaltschaft. Nach der Vernehmung der ersten beiden Polizeibeamten, die sich kaum noch an die Details des Einsatzes erinnern konnten, verständigten sich die Prozessbeteiligten darauf, von einer weiteren Verfolgung des Falles abzusehen. Mit der Auflage, 500 Euro an den Göttinger Arbeitskreis zur Unterstützung von Asylsuchenden zu zahlen, schließt sich ein weiteres kleines Kapitel in der Aufarbeitung des G-20-Gipfels.

Von Markus Scharf

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