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Göttingen Gartetalbahnhof soll Treffpunkt werden
Die Region Göttingen Gartetalbahnhof soll Treffpunkt werden
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17:45 10.01.2018
Jugendhilfe Göttingen Christian Hölscher  und die Quartiersmanagerin Sarah Neumeister vor dem Jugendhaus am Gartetalbahnhof.
Jugendhilfe Göttingen Christian Hölscher und die Quartiersmanagerin Sarah Neumeister vor dem Jugendhaus am Gartetalbahnhof. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Seit 2004 gibt es das Jugendhaus, das jahrelang vom Verein Abenteuerspielplatz Leineberg betrieben worden ist. Es grenzt an ein Freigelände, das im Sommer vom städtischen Jugendamt für Ferienaktionen genutzt wird. 2015 übergab der Verein Abenteuerspielplatz die freie Jugendarbeit an die Jugendhilfe Göttingen. Die zwei Mitarbeiterinnen Anna-Lena Graefe sowie Samira Hammoud kümmern sich von 15 bis 20 Uhr um die jungen Menschen.

„Rund 80 Prozent der Jugendhaus-Nutzer wohnen im Hochhauskomplex Groner Landstraße“, erläutert Hölscher. Die Zahl der dort lebenden Kinder und Jugendlichen sei seit dem Jahr 2014 von 40 auf heute 150 Personen gestiegen. Sie kämen vielfach aus sozial benachteiligten Familien, die aus Rumänien und dem früheren Jugoslawien zugewandert seien. Die Jugendhilfe sehe Unterstützungsbedarf und suche daher den Kontakt zu den Eltern.

„Von Januar an gibt es im Jugendhaus ein Mama-Cafe mit Informationen für werdende und junge Mütter“, kündigt Hölscher an. Bereits seit 2017 biete das Projekt „Check In“ immer montagvormittags Sozialberatungen für Neuzuwanderer aus der Europäischen Union an. Eine Lehrerin im Ruhestand helfe unterstützt von Studierenden Schülern bei den Hausaufgaben.

„Wir möchten die Nachbarschaftshilfe im Viertel fördern“, erläutert Sarah Neumeister. Seit Oktober vergangenen Jahr ist die Mitarbeiterin des Jugendhilfevereins als Quartiersmanagerin für die Erweiterung des Jugendhaus-Angebots verantwortlich. Ihre auf zwei Jahre befristete Stelle wird über das Förderprogramm „Göttinger Quartiere – Gemeinsam geht mehr“ finanziert. Von dort kommt auch das Geld für die Quartiersmanagerin im Ebertal (das Tageblatt berichtete).

Das von Neumeister betreute Gebiet reicht von der Groner Landstraße bis zum Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Im Osten werde das Viertel von der Bürgerstraße, im Westen von der Leine begrenzt, so die Quartiersmanagerin. 3000 Menschen lebten dort.

„Neben den Zuwanderern gibt es weitere Bewohnergruppen“, hat Neumeister im vergangenen Vierteljahr erfahren. In den Altbauten lebten neben Familien und Senioren auch viele Studierende. Dort gebe es oft bereits gute nachbarschaftliche Kontakte. Im Sommer würde in den Gärten hinter den Mehrfamilienhäusern gemeinsam gegrillt. In der Nähe der Leine seien in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe Neubauten entstanden.

„In Gesprächen äußern die Bewohner des Viertels oft bedauernd, dass es keinen zentralen Treffpunkt im Quartier gibt“, sagt Neumeister. Diese Aufgabe könne das Jugendhaus, jedenfalls in einer Anlaufphase, übernehmen. „Auf mittlere Sicht müsste die Politik für einen Nachbarschaftstreff eigene Räume schaffen“, ergänzt Geschäftsführer Hölscher. Die Jugendhilfe ermittle lediglich den Bedarf.

„Ich plane in diesem Jahr Erzählcafés, aber auch einen Mittagstisch“, sagt Neumeister. Im Sommer werde es ein Straßenfest geben. Jüngere Menschen könnten PC-Kurse für Senioren anbieten. Eine Frau wolle Stadtrundgänge im Viertel organisieren. Andere hätten Interesse an einem Weihnachtsmarkt und einem lebenden Adventskalender signalisiert.

Von Michael Caspar

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