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Göttingen So wurde aus der Dorfkneipe ein modernes Gasthaus
Die Region Göttingen So wurde aus der Dorfkneipe ein modernes Gasthaus
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19:10 17.08.2019
Mark und Martina Albertus im Garten des Traditionsgasthauses „Zum Drakenberg“ in Roringen. Quelle: Heller
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Roringen

Roringen. Seit 1930 besteht das „Gasthaus zum Drakenberg“ in Roringen. Jetzt hat die vierte Generation übernommen: Mark Albertus und seine Frau Martina folgen auf Marks Mutter Karin Albertus.

Handwerk im Harz erlernt

Eine Poststelle war in früheren Zeiten oben auf dem Drakenberg untergebracht. „Hier wurden damals die Pferde umgespannt”, sagt Mark Albertus. Der 54-jährige arbeitet seit 1988 im Betrieb, er ist der Küchenmeister auf dem Drakenberg. Mit der Übernahme des Hotels hat das Ehepaar Albertus auch umfassend renoviert und umgebaut. „Wir haben jetzt noch einen schönen Saal im Untergeschoss, beispielsweise für Familienfeiern”, so Martina Albertus. Auf dem Innenhof können die Gäste nun unter einem großen Sonnensegel auch vor Regentropfen geschützt im Freien speisen. Trotz der moderaten Modernisierung bleibt das Gasthaus „Zum Drakenberg” ein Traditionslokal. Auch wenn der Gast mittlerweile auch ein veganes und mehrere vegetarische Gerichte auf der Karte findet, werden Fleischfreunde nicht enttäuscht. „Der Klassiker bei uns im Gasthaus sind die Steaks”, sagt der Küchenchef. Mark Albertus hat sein Handwerk im Harzhotel zum Bären erlernt, heute zählt er selbst zu den Prüfern des Gastronomie-Nachwuchses an den berufsbildenden Schulen in Göttingen.

Es begann mit einer „einfachen Wirtschaft“.

Dabei hatte es auf dem Drakenberg alles mit „einer einfachen Wirtschaft” begonnen, so der Meister. Heinrich Hippe war es, der mit der Gastronomie-Tradition begann, dessen Sohn Heinrich setzte sie fort. Als die Universitätsmedizin in den 1960er Jahren neu gebaut wurde, hatte die Familie rechtzeitig die Idee, das Gasthaus zu einem Hotel auszubauen. In der Folge wohnten und speisten dort zahlreiche Monteure. „Das war eine gute Idee”, sagt Mark Albertus. Damals gab es in der Gaststube vor allem Schnitzel und „Stammessen” für die Hausgäste, so Mark Albertus. 1990 wurde dann erneut renoviert und umgebaut.

Von der Dorfkneipe zum modernen Restaurant

Den Wandel von der alten Dorfkneipe zum modernen Restaurant hat der Drakenberg längst hinter sich. Trends wie die Molekularküche der 1990er-Jahre hat Albertus ausgelassen. „Wir sind ein Landgasthaus“, sagt er. Statt Essenzen mit der Pipette auf den Teller zu tröpfeln serviert er lieber Pfifferlinge und andere Klassiker sowie nahezu wöchentlich wechselnde, saisonale Gerichte.

Doch die Roringer Gastronomen drücken die gleichen Probleme wie so viele ihrer Kollegen: Es mangelt an Nachwuchs. Wenn Mark und Martina eines Tages in Rente gehen wollen, fehlt bislang ein Nachfolger. Der Sohn hat Wirtschaft studiert und eine andere Branche gewählt. „Ich habe ihm gesagt, mach bloß was anderes“, erzählt Mark Albertus. Jetzt aber will er erst einmal „Vollgas“ geben, rund 100 Plätze stehen im Gasthaus zur Verfügung. Und dafür hat er in der Küche junge Unterstützung gefunden. Sein Auszubildender Jonathan Wieter steht mit viel Leidenschaft am Herd. „Er ist über den Zukunftstag in unserer Küche geweht“, freut sich der Ausbilder. Der Nachwuchsmangel in der Gastronomie muss auf dem Drakenberg also erst einmal warten.

Nachwuchs dringend gesucht

In der klassischen Gastronomie fehlen Fachkräfte – fast jedes Restaurant sucht Personal. Gibt man den Suchbegriff Koch/Köchin in die Suchmaske der Jobbörse der Agentur für Arbeit ein, findet man alleine für den Bereich Göttingen knapp 15 offene Ausbildungsplätze. Die Gastronomie sich dringend Nachwuchs. Nicht nur in der Küche, auch Hotel- und Restaurantfachleute werden gesucht. Bei den Restaurantfachleuten sind es mehr als 20 Ausbildungsplätze, die in der Jobbörse angeboten werden. Denn immer wenige junge Leute entscheiden sch für eine Ausbildung. Wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband mitteilt, so gab es im Jahr 2007 noch mehr als 100 000 Azubis bundesweit. 2017 waren es dann noch 53 000 Auszubildende im Gastgewerbe. Händeringend gesucht würden derzeit Köche und qualifizierte Servicekräfte. Außerdem, so Dehoga-Bundesvorsitzende Ingrid Hartges, seien die jungen Menschen anspruchsvoller geworden. „Wir raten deshalb, vor dem Start einer Ausbildung ein Schnupperpraktikum zu absolvieren.“ Denn natürlich müsse man wissen, dass Gastronomen dann arbeiten, wenn andere ihre Freizeit genießen.

Von Britta BIelefeld

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