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Göttingen Gaza-Demo in Göttingen eskaliert erneut
Die Region Göttingen Gaza-Demo in Göttingen eskaliert erneut
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10:51 28.07.2014
Von Jürgen Gückel
Demonstration gegen "Krieg in Gaza" in Göttingen. Quelle: Felix Edler
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Göttingen

Einzig einige gebrüllte Argumente und eine Palette Eier wurden ausgetauscht. Eines der fliegenden Eier traf den Einsatzleiter der Polizei, Gerd Hujahn.

Alles begann mit Beteuerungen der am Gänseliesel stattfindenden Kundgebung, vollkommen friedlich bleiben zu wollen und auf beleidigende und antisemitische Spruchbänder zu verzichten. Das gelang den rund 250 Demonstranten dort auch, darunter zahlreiche verschleierte Frauen.

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Unter dem Motto: „Stoppt die Bombardierung und Abriegelung Gazas!“ wurde die Unterdrückung der Palästinenser und die Bombardierung Gazas durch Israel kritisiert.

„Kindermörder“-Rufen

Eine Gegenkundgebung hatte sich diesmal rechtzeitig angemeldet. Sie wurde von der Polizei „außer Wurfweite“ an den Nabel dirigiert, wo letztlich rund 40 Israel-Freunde mit Fahnen und Spruchbändern ebenso friedlich demonstrierten.
Eine weitere Demo-Anmeldung entpuppte sich als Finte. Kein einziger Demonstrant kam.

Eine dritte Versammlung sollte laut Anmelder gegen beide Seiten stattfinden. Sie wurde mittig plaziert, fand aber keinen Zulauf. Schließlich näherten sich einzelne Palästinenser-Freunde nach und nach der Pro-Israel-Kundgebung. Nach vereinzelten „Kindermörder“-Rufen heizte sich die Stimmung auf. Polizei schob sich zwischen die Fronten.

Bis auf 90 skandierende Israel-Gegner wuchs diese nicht angemeldete, spontane Gruppe an. Zeitweise drohte die Situation zu eskalieren. Eier flogen, einem Mann gelang es, durch die Polizeireihen zu schlüpfen und gegnerische Demonstranten eine Israel-Fahne zu entreißen. Er wurde von der Polizei überwältigt und erhielt einen Platzverweis.

Gegen ihn wird wegen Nötigung ermittelt. Vier weitere Ermittlungsverfahren gibt es wegen versuchter Körperverletzung, zwei wegen Sachbeschädigung, eine wegen Beleidigung.

Das oberste polizeiliche Ziel, so Einsatzleiter Hujahn, eine Eskalation zu vermeiden und antisemitische Parolen zu verhindern, sei erreicht worden.

Eine Demonstration "gegen den Krieg in Gaza" ist am Sonnabendnachmittag erneut eskaliert.