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Göttingen Gedenktafel für Ehepaar Gertrud und Max Hahn
Die Region Göttingen Gedenktafel für Ehepaar Gertrud und Max Hahn
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18:45 18.07.2013
Von Jörn Barke
Max Hahn
Max Hahn Quelle: EF
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Göttingen

Max Hahn wurde am 22. April 1880 als Sohn des jüdischen Kaufmanns Raphael Hahn in Göttingen geboren. Seit dem 20. Juni 1917 war er verheiratet mit der am 14. Juli 1893 in Halberstadt geborenen Gertrud Lasch. Max Hahn war mit seinem Bruder Nathan Hahn Besitzer der „Rohhäute- und Fellgroßhandlung Raphael Hahn Söhne OHG“ und der „Gallus Schuhfabrik GmbH“.

Sie gehörten laut Verwaltung zu den bedeutendsten Unternehmern in Göttingen und waren die mit Abstand vermögendsten und angesehensten Mitglieder der Göttinger jüdischen Gemeinde. Max Hahn amtierte zudem lange Jahre als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Auch Gertrud Hahn hatte sich in der jüdischen Gemeinde engagiert.

1941 nach Riga deportiert

Wie alle jüdischen Bürger Deutschlands war auch das Ehepaar Hahn nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wachsender Verfolgung ausgesetzt und wurde wirtschaftlich unter Druck gesetzt. Die ehemals erfolgreichen Brüder Hahn gerieten so in Not und mussten unter anderem Möbel an das Städtische Museum verkaufen. Die Brüder waren schließlich als Folge der Unterdrückung wirtschaftlich am Ende.

Stadt, Sparkassen und Banken verweigerten Kredite, 1939 wurden die Unternehmen aufgelöst. Beide Brüder und ihre Frauen wurden nach der Reichspogromnacht im November 1938 verhaftet. Die Kinder beider Familien konnten ins Ausland emigrieren. Max und Gertrud Hahn verzogen 1940 nach Hamburg. Der Versuch, von dort ins rettende Ausland zu gelangen, misslang allerdings. Im Dezember 1941 wurden sie nach Riga deportiert, wo beide ums Leben kamen. Nathan Hahn und seine Frau Betty wurden in Auschwitz ermordet.

Für Max und Gertrud Hahn soll am Haus Merkelstraße 3, wo das Ehepaar von 1919 bis 1940 wohnte, eine Gedenktafel angebracht werden. Der Text: „Das Ehepaar Max und Gertrud Hahn. Unternehmer und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde 1919-1940“.