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Göttingen Gefährliche Herkulesstaude zwischen Bovenden und Angerstein
Die Region Göttingen Gefährliche Herkulesstaude zwischen Bovenden und Angerstein
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18:34 17.07.2013
Von Gerald Kräft
Herkulesstaude an der Leine bei Bovenden: Hans-Jürgen Laduch (re.) und Bereichsleiter Manfred Dörnte vom Leineverband.
Herkulesstaude an der Leine bei Bovenden: Hans-Jürgen Laduch (re.) und Bereichsleiter Manfred Dörnte vom Leineverband. Quelle: Pförtner
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Bovenden

Der Riesen-Bärenklau wird bis zu vier Meter hoch und enthält die gefährliche Substanz Furocumarin. Der Pflanzensaft wirkt bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung entzündlich auf die Haut. Kinder sind besonders stark gefährdet. „Es kommt zu Verbrennungen dritten Grades“, sagt Leineverband-Geschäftsführer Hans-Jürgen Laduch.

„Es dadurch entstehen offene Wunden, die schlecht verheilen.“ Auch einer seiner Mitarbeiter, obwohl mit Schutzanzug, Handschuhen und Schutzbrille ausgestattet, wurde bereits bei der Bekämpfung verletzt und fiel wochenlang aus. Blütenstände werden verbrannt. Die Wurzeln darf der Verband mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen.

Am Montag führte Carsten Gutsch Laduch zu den Pflanzenstandorten im Ufergestrüpp der Leine. Der Bovender hatte sie beim Spazierengehen mit dem Hund entdeckt und die Stellen in Karten eingezeichnet. Die Gefahr ist groß, dass Samen durch Gewässer weiter verbreitet werden, insbesondere bei Hochwasser.

Leineverband ruft zu Meldungen auf

Laduch sieht sich in einem „Feldzug“ gegen den Riesen-Bärenklau. Gefahr bestehe insbesondere, wenn sich die Pflanzen in öffentlich zugänglichen Bereichen wie an Uferwegen ausbreiteten und Kinder verletzten. Die ausgereiften Samen können sich äußerst rasant an Ufern von Gewässern und in Überschwemmungsflächen ausbreiten.

Der Leineverband, zuständig für die Unterhaltung von 650 Kilometern Gewässerläufen, bekämpft seit Jahren den Riesen-Bärenklau. Laduch will seine Leute bei der Uferunterhaltung nicht in meterhohe Staudendickichte schicken.

Die Pflanze, im Volksmund Herkulesstaude genannt, stammt aus dem Kaukasus, gelangte vor 100 Jahren nach Westeuropa und verbreitete sich bis zum Nordkap. Besondere Merkmale sind ihr bis zu vier Meter hoher Wuchs, große gezackte Blätter und in den Monaten Juni und Juli mächtige Blütendolden mit bis zu 50 000 Samen.

Innerhalb eines Jahres kann sich die Staude mehrere hundert Meter im Umkreis ausbreiten.

Der Leineverband bittet um Standortmeldungen an Gewässern: 0 55 51/90 81 56-0 oder Manfred Dörnte 01 71/3 86 10 08.