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Göttingen Gefährlicher Unfalleinsatz auf A 7: Seveso-Gift in Säcken
Die Region Göttingen Gefährlicher Unfalleinsatz auf A 7: Seveso-Gift in Säcken
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18:45 21.07.2009
Einsatz in Schutzkleidung: Auf der A 7 muss die Gefahrgut-Ladung des Lastwagens geborgen werden.
Einsatz in Schutzkleidung: Auf der A 7 muss die Gefahrgut-Ladung des Lastwagens geborgen werden. Quelle: Lange
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Wie gefährlich dieser Kupelofen-Staub tatsächlich ist, war den ersten Einsatzkräften der Northeimer Ortsfeuerwehr vor Ort nicht sofort klar. Auch der 53 Jahre alte Fahrer konnte keine konkreten Angaben machen. Er hatte laut Auskunft der Göttinger Autobahnpolizei die Ladung in Mannheim bei der Gießerei eines Mercedes-Werkes übernommen und sollte die tonnenschweren Säcke zur Entsorgung nach Berneburg in Sachsen-Anhalt transportieren.

Erst als die Feuerwehrleute in den 40-seitigen Ladepapieren auf die Stichworte Furane und Dioxin stießen, schrillten die Alarmglocken. „Von da an wurden die Uhren neu gestellt“, resümiert Peter Sawastianow, Chef der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim. Weil augenscheinlich einer der insgesamt 22 Säcke bei dem Unfall gerissen war, wurde fortan die „hochgradig giftige“ Ladung sehr sensibel behandelt.

Kontaminierter Staub

Sawastianow betont indes, dass bis dahin aber weder für die Einsatzkräfte noch für die Bevölkerung Gefahr bestanden habe. Der kontaminierte Kupelofen-Staub – ein Abfallprodukt der Metallschmelze – hatte sich noch auf der Ladefläche befunden. Die Absperrung um die Unfallstelle wurde auf einem Radius von 100 Metern ausgeweitet. Die A 7 war längst in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt worden, die Umleitungsstrecken bis zum Abend völlig überlastet.

Während das Abschleppunternehmen das an der Böschung liegende Führerhaus des Lastwagens gegen weiteres Abrutschen sicherte, begannen die Kräfte der Umweltfeuerwehr in Chemieschutzausrüstung mit dem vorsichtigen Abladen der Säcke. Dabei stellte sich heraus, dass nicht wie zunächst angenommen nur einer der Behälter beschädigt war, sondern aus insgesamt vieren der kontaminierte Staub rieselte. Unterstützung erhielten die Feuerwehrleute von einer Spezialeinheit des Technischen Hilfswerkes. „Das war eine gigantische Materialschlacht“, fasst Sawastianow zusammen.

Das Umladen der Gefahrgutsäcke auf einen Ersatzlastwagen und die Räumung der Unfallstelle dauerte bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags, 21. Juli. Die Autobahn 7 war aufgrund des Unfalls fast 15 Stunden lang bis gegen 7 Uhr gesperrt.

be

21.07.2009
21.07.2009