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Göttingen Gefährliches Jakobskreuzkraut breitet sich in Göttingen und Region aus
Die Region Göttingen Gefährliches Jakobskreuzkraut breitet sich in Göttingen und Region aus
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12:16 13.12.2013
Schön, aber doch gefährlich: Besonders Tiere können sich am Jakobskreuzkraut vergiften.
Schön, aber doch gefährlich: Besonders Tiere können sich am Jakobskreuzkraut vergiften. Quelle: Landwirtschaftskammer NRW
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Göttingen

Das giftige Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) gehört zur Familie der Korbblütler. Es ist auf Wiesen und Weiden mit lückenhafter Grasnarbe in der Nähe von Bracheflächen und auf Straßen- und Wegrändern verbreitet. Die Blütezeit ist von Juni bis September. Besonders für pflanzenfressende Tiere wie Pferde und Rinder ist es gefährlich.

Das Kraut enthält Alkaloide, welche die Leber schon durch kleine Dosen schädigen können. Dadurch ist eine schleichende Vergiftung über Jahre möglich. Das Gift ist in sämtlichen Pflanzenteilen enthalten und in der Blüte stark konzentriert. Die ausgewachsene Pflanze bildet Bitterstoffe, welche die Tiere vom Fressen abhält. Die Jungpflanze besitzt diese hingegen nicht und wird bevorzugt gefressen. In Heu und Silage ist das Gift ebenfalls wirksam.

Nur sechs Fälle beim Giz

Laut dem Giftinformationszentrum (Giz) Nord in Göttingen besteht für Menschen nur ein geringes Risiko. In der Falldatenbank des Giz-Nord seien im Zeitraum 1996 bis heute insgesamt sechs Fälle verzeichnet, bei denen Jakobskreuzkraut oral aufgenommen worden war. In fünf Fällen waren Kinder betroffen. Nur in einem Fall waren Symptome aufgetreten: Ein Säugling hatte Fieber, nachdem er auf einem Blatt gekaut hatte. Der ursächliche Zusammenhang wurde jedoch als unwahrscheinlich bewertet.

Es gibt jedoch auch beunruhigende Meldungen: So war im Mai dieses Jahres in Baden-Württemberg ein Neugeborenes wahrscheinlich gestorben, weil die Mutter während der Schwangerschaft große Mengen eines Gesundheitstees, der Spuren des Jakobskreuzkrautes enthielt, getrunken hatte. Die Leber des Fötus war dadurch stark angegriffen. Auch Honig kann Spuren des Giftes enthalten.

In Norddeutschland hat sich das Kraut in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet. Um die Pflanze einzudämmen, sollte man sie ausgraben oder ausstechen und vernichten. Sie sollte vollständig mit Wurzel entfernt werden, da sie sonst schnell wieder aus den Wurzelresten austreibt.

Weitere Infos gibt es im Internet hier oder hier.

Von Josefine David