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Göttingen Gefahrgut und Schwerlast rollen durch Friedland
Die Region Göttingen Gefahrgut und Schwerlast rollen durch Friedland
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12:08 18.11.2010
Von Jürgen Gückel
B-80-Brücke wird bald gesperrt: die vorerst für Schwerlaster, ab 2013 für jeden Verkehr unpassierbare Eisenbahnbrücke bei Arnstein.
B-80-Brücke wird bald gesperrt: die vorerst für Schwerlaster, ab 2013 für jeden Verkehr unpassierbare Eisenbahnbrücke bei Arnstein. Quelle: Hinzmann
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Stets beschwichtigten die Planer und verwiesen auf die B 80 als Umleitungsstrecke. Doch jetzt wird dieses Stück B 80 für den Schwerlastverkehr gesperrt. Ab Januar 2013 darf die Umleitung nicht einmal mehr von Autofahrern genutzt werden. Die Brücke unterhalb von Arnstein ist marode und muss erneuert werden. Das Ergebnis: Gefahrgut- und Schwerlastverkehr durch Friedland und Reckershausen.

In den Verwaltungen Friedland und Neu Eichenberg hat die Nachricht für Empörung gesorgt. Eher zufällig erfuhren die Bürgermeister, was seit Monaten bekannt ist: Die Brücke über die Eisenbahnlinie Eichenberg-Bebra an der Einmündung der B 80 auf die erneuerte und verlegte B 27 unterhalb des Schlosses Arnstein (zwischen Hebenshausen und Witzenhausen) ist so marode, dass die zulässige Tonnage begrenzt werden muss. Offenbar schon seit Jahren gibt es Zweifel an der Stabilität.

Deshalb, so Ulrich Wieditz vom hessischen Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Eschwege, sollte die Brücke parallel zum B-27-Ausbau erneuert werden. Naturschutzgründe und Grunderwerbsprobleme verhinderten den Neubau bisher. Die Brücke zwischen B 80 und 27 kann frühestens ab Januar 2013 unter Vollsperrung gebaut werden. Bis Juli 2014 rollt der Verkehr über die Umleitung der Umleitung – also durch die Ortschaften der Gemeinde Friedland. Das sind nach neuen Zählungen rund 2150 Fahrzeuge, davon 530 Lastzüge täglich.

Weil außerdem die L 567 in der Ortsdurchfahrt Niedergandern gesperrt ist, müssen ab Dezember alle Lastwagen von mehr als 16 Tonnen durch Friedland und Reckershausen. Es sei denn, sie nehmen die Autobahn. Die aber ist für Gefahrgut gesperrt, das dann auch durch die Orte rollt. Falls der Heidkopftunnel, wie zuletzt vielfach, gesperrt ist, kommt der Autobahnverkehr hinzu.

Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs ist wie Eichenbergs Kollege Wolfgang Fischer (beide SPD) entsetzt: „Dass man eine Umleitung festlegt, ohne ihr Nadelöhr zu prüfen, ist Dilettantismus pur. Das kann man Bürgern nicht vermitteln.“ Immerhin: Das hessische Amt will die Gemeinden zum Gespräch einladen.