Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Geflüchtete Kinder und Jugendliche sollen nach Göttingen kommen
Die Region Göttingen Geflüchtete Kinder und Jugendliche sollen nach Göttingen kommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:12 23.04.2020
Junge Flüchtlinge, die zuletzt in Lagern auf den griechischen Insel gelebt haben, sitzen in einem Bus am Flughafen Hannover. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Anzeige
Göttingen

Die Stadt Göttingen sieben geflüchtete Kinder und Jugendliche aufnehmen. Das hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) Ministerpräsident Weil und Innenminister Pistorius (beide SPD) angeboten. Die Partei-Ratsgruppe und die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken begrüßen die Aktion. Sie hatten für die Ratssitzung am 13. März den Dringlichkeitsantrag „#wirhabenplatz in Göttingen“ eingereicht. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er nicht behandelt.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ist bereit, geflüchtete Kinder und Jugendliche in Göttingen aufzunehmen. Quelle: Christina Hinzmann

Anzeige

Helena Arndt für die Partei-Ratsgruppe: „Es hat uns wahnsinnig gefreut, bereits im Vorfeld der Ratssitzung eine Mehrheit für die zusätzliche Aufnahme von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie weiteren vulnerablen Personen aus den Lagern in Griechenland zu bekommen. Die Aufnahme von sieben geflüchteten Kindern und Jugendlichen ist ein erster erfreulicher Schritt. Wir sind sicher, dass es in der Bevölkerung auch eine Mehrheit für die Rettung weiterer Personen gibt.“

Weltweite Solidarität

Thomas Harms erklärt für die Grünen-Fraktion: „In den vergangenen Wochen hat sich unsere Fraktion immer wieder dafür stark gemacht, die Geflüchteten auf den griechischen Inseln nicht zu vergessen und die besonders schutzwürdigen Personen wirksam zu schützen. Die Pandemie ist keine innerdeutsche Angelegenheit. Vielmehr gilt unsere Solidarität weltweit.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Tom Wedrins ergänzt: „Wir danken Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler dass er den Willen der Ratsmehrheit auch ohne formellen Beschluss aufgenommen hat . Das ist ein wichtiges Signal zur faktischen Aufnahme von Geflüchteten über die Quote hinaus, die trotz des Bekenntnisses des Rates, ein sicherer Hafen zu sein, bisher nicht erfolgt ist.“

„Tropfen auf den heißen Stein“

Rolf Ralle erklärt für die Göttinger Linke/ALG-Ratsgruppe: „Der Bund nimmt 50 Kinder und Jugendliche auf. Dieser erste Schritt ist wichtig, aber gleichzeitig nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch Göttingen kann mehr als sieben Menschen aufnehmen.“ Die Ratsmehrheit fordert den Bund auf, weitere Kinder und unbegleitete Jugendliche, Schwangere und traumatisierte Menschen zeitnah nach Deutschland zu holen und auch in Göttingen unterzubringen.

Lesen Sie auch:

Lautstark und mit Transparenten: Demonstranten fordern vom Rat Göttingen Engagement für Geflüchtete

Das tägliche GT/ET Corona-Update als Newsletter Alle News zum Coronavirus in Göttingen täglich gegen 17 Uhr im E-Mail-Postfach
 

Von Peter Krüger-Lenz

Anzeige