Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Mehr Mitbestimmung für Jugendliche in Göttingen mit lebendiger Demokratie
Die Region Göttingen Mehr Mitbestimmung für Jugendliche in Göttingen mit lebendiger Demokratie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:04 27.04.2019
„Es kann gelingen“: Workshop für ein Göttinger Jugendforum. Quelle: Foto: Schubert
Göttingen

„Es ist wichtig, dass wir jetzt viele junge Menschen an dem Prozess beteiligen.“ Mit diesem Appell hat Göttingens Jugenddezernentin Maria Schmidt am Freitag die erste Göttinger Demokratiekonferenz eröffnet. Damit ist der erste Schritt für mehr demokratische Beteiligung von Kinder- und Jugendlichen an öffentlichen Entscheidungen in der Stadt gemacht. Ein Prozess, der auch in ein Jugendparlament münden soll.

Seit Jahresbeginn ist die Stadt Mitglied der Initiative „Partnerschaft für Demokratie“. Sie ist Baustein des Bundesprogramms „Demokratie leben“. Das Programm fördert ziviles Engagement und demokratisches Verhalten auf vielen Ebenen und will aktiv Akzente gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit setzen.

„Nutzen Sie die Chance“

Mit der Partnerschaft habe Göttingen auch die finanziellen Möglichkeiten, einen Demokratieprozess zu organisieren und zu begleiten. Dabei sei die Stadt neben den Landkreisen Göttingen, Northeim und Goslar sowie mehreren Kreisen in Ostfriesland und im Zentrum Niedersachsen in guter Gesellschaft, lobte Achim Brökenhorst vom Landesdemokratiezentrum den Vorstoß. „Nutzen Sie die Chance, diese schöne Stadt für alle noch lebenswerter zu machen“, forderte er die etwa 70 Teilnehmer der Konferenz auf.

Die setzten sich allerdings erst einmal aus Vertretern von Jugendeinrichtungen und -behörden zusammen, die Anzahl interessierter Jugendlicher war überschaubar. „Das ist schade, aber es ist ein Anfang“, sagte eine der jüngeren Teilnehmerinnen. Sie und ihre Mitstreiter hoffen vor allem auf ein Jugendparlament, das gebildet werden soll. Einen Ratsbeschluss dazu gibt es bereits.

„Die Jugendlichen haben etwas zu sagen“

Dann sollten die Ideen und Sorgen aus dieser Runde bei politischen Entscheidungen aber auch ernst genommen werden, forderten die Jugendlichen in einem der Workshops zur Demokratiekonferenz. Wie das funktionieren kann, hatte zuvor Ludger Oldeweme vom Kinderschutzbund Niedersachsen beschrieben. Er hat über mehrere Jahre ein Jugendparlament in Laatzen betreut. Sein besonderer Tipp: „Die Jugendlichen haben etwas zu sagen und das Recht auf Mitbestimmung. Um damit durchzudringen, brauchen sie aber einen festen Ansprechpartner auf Augenhöhe.“

Erste Ideen entwickelt

Der Göttinger Prozess für eine „lebendige Demokratie“ soll allerdings noch weit darüber hinaus gehen. Schrittweise wollen die Akteure eine umfassende Strategie für mehr Demokratieverständnis entwickeln – mit Netzwerk und Projekten auf vielen Ebenen, die aus dem Bundestopf finanziell gefördert werden. Dafür haben die Teilnehmer in einem weiteren Workshop erste Ideen erarbeitet: unter anderem ein Theaterstück und eine Radiosendung zu den Themen Fluchterfahrung und Zusammenführung unterschiedlicher Jugendszenen.

Zentral gesteuert wird die „Partnerschaft für Demokratie“ von der städtischen Jugendarbeit und einer dafür eingerichteten Koordinierungsstelle beim Verein „Jugendhilfe Göttingen“.

Von Ulrich Schubert

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit 100 Jahren gibt es im kleinen Dorf Holtensen bei Göttingen einen SPD-Ortsverein. 100 Jahre, die von Beständigkeit geprägt sind – im Gegensatz zur Bundespartei. Ein Rückblick.

27.04.2019

Die Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen gilt der Stadtverwaltung als Vorzeigeobjekt. Der ursprüngliche Plan sah einen Betrieb bis 2020 vor. Jetzt bringt die Verwaltung eine Verlängerung ins Spiel.

29.04.2019

Die besten Bilder der Woche – aufgenommen von Tageblatt-Fotografin Christina Hinzmann. Die Rapsfelder bei Bremke blühen, ein junger Waldkauz lebt in der NABU-Station Göttingen und der neue Bioladen sind diese Woche dabei.

26.04.2019