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Göttingen Geheime Suche nach Landrats-Kandidaten
Die Region Göttingen Geheime Suche nach Landrats-Kandidaten
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20:11 19.11.2010
Von Ilse Stein
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Weshalb alle Parteien derzeit nur eines im Sinn haben: die Auswahl ihrer Kandidaten solange wie möglich vor dem politischen Gegner geheim zu halten. Bekanntlich ein schwieriges Unterfangen. Viele Namen werden bereits seit Monaten mehr oder minder offen gehandelt, andere sollen nicht vor dem Frühjahr 2011 bekanntgegeben werden. Hier eine (schon ziemlich sichere) Zwischenbilanz: Für die CDU im Kreis Göttingen wird aller Voraussicht nach Dinah Stollwerck-Bauer antreten. Auch wenn es offiziell heißt: Wir suchen immer noch völlig unvoreingenommen! Stollwerck-Bauer hatte – zur Überraschung selbst der eigenen Parteifreunde – den ehemals sicheren SPD-Bereich Adelebsen bei der Kommunalwahl 2006 gewonnen – und wurde die damals jüngste Bürgermeisterin Norddeutschlands. Stollwerck-Bauer, heute 33 und Mutter einer Tochter, hat beste Chancen auf die Rolle der Landratskandidatin für die CDU. Offiziell heißt das natürlich: „Wir prüfen noch völlig unvoreingenommen....“

Chancen hätte sie vor allem dann, wenn die Grünen im Kreis – wie in diesen Tagen absehbar – die Umweltdezernentin des Kreises, Christel Wemheuer, ins Rennen schicken würden. Die schwarz-grüne Koalition im Kreistag hatte Wemheuer erst vor kurzem und durchaus eilfertig die Amtszeit als Dezernentin verlängert – mit der SPD.
Warum aber, so fragt man sich, freut sich die CDU, wenn die Grünen selbst eine Kandidatin küren? Das hängt mit den veränderten Wahlmodalitäten 2011 zusammen. Dann nämlich wird es bei der Direktwahl eines Bürgermeisters, Oberbürgermeisters oder eben auch Landrates keine Stichwahl mehr geben. Das heißt, der Kandidat, der im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhält, ist gewählt. Und so hofft die CDU, dass eine grüne Kandidatin einem SPD-Kandidaten Stimmen wegnimmt – was dann wiederum der CDU-Kandidatin zugute käme. So weit zur derzeitigen Wahlstrategie.

Fehlt nur noch die SPD und ihr Kandidat. Drei sind noch im Gespräch: Marcel Rie-thig, Nachwuchspolitiker aus Bovenden und derzeit als Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion tätig, hat sein Handtuch in den Ring geworfen. Gehandelt wird zudem Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs, der sich beste Chancen ausrechnet – und dies auch durchaus kommunizieren lässt. Neu ist Bernhard Reuter, Landrat von Osterode und Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, im Gespräch. Sollte er sich entscheiden (oder überzeugen lassen), anzutreten, hätte er wohl die besten Chancen innerhalb der Partei. Denn seine Kandidatur wäre auch ein Signal in Richtung einer Regionsbildung Göttingen-Osterode. Einer Regionalbildung, wie sie eigentlich auch von den Grünen gewünscht wird. Wobei man sich dann wieder fragt, ob eine solcher Entwicklung nicht einen Keil zwischen CDU und Grüne treiben könnte.

Kurzum: Der Wahlkampf hat (intern) bereits begonnen, Wahlkampfspenden sind bereits eingeworben und die Wahlhelfer in Stellung gebracht. Nur öffentlich, nein öffentlich möge doch bitte noch nichts geschehen. So hält sich auch der Unterbezirksvorsitzende der SPD, Thomas Oppermann, diskret zurück. Zumindest verspricht die Landratswahl noch erheblichen Gesprächs- und Zündstoff. Was man von der eigentlichen Kommunalwahl 2011 mangels Themen und angesichts leerer Kassen wohl kaum erwarten kann.

Näher liegt uns derzeit das Wochenende mit Totensonntag – ganz dem Wetter entsprechend. Dazu die Vorfreude auf die Zeit der Weihnachtsmärkte, der Göttinger wird bereits nächsten Mittwoch eröffnet. Und dann gibt es wieder einmal etwas Neues zu vermelden aus der Medienwerkstatt des Tageblattes: Kommenden Dienstag präsentiert das Eichsfelder Tageblatt in der Duderstädter Sparkasse sein Buch „Wir im Eichsfeld“– 32 Ortsporträts mit einer Fülle von spannenden, interessanten und teilweise selbst Einheimischen unbekannten Details aus der Heimat. Eine lohnende Lektüre – und natürlich ein passendes Weihnachtsgeschenk. Denn, nicht zu vergessen: Am 28. November ist bereits der 1. Advent!