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Göttingen Geldstrafe für Autofahrer
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17:40 06.01.2011
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Der 27-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Hann.Münden wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung verantworten. Bei dem Unfall, der sich im Januar 2009 nahe der hessischen Landesgrenze ereignete, war ein 52-jähriger Mann aus Hann. Münden ums Leben gekommen. Der Angeklagte blieb der Verhandlung, zu der auch zahlreiche Zeugen geladen waren, allerdings fern. Daraufhin verhängte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl von 120 Tagessätzen zu je 30 Euro (insgesamt 3600 Euro).

Der 27-Jährige war im Januar 2009 mit seinem Geländewagen auf der A 7 nach einem Überholmanöver mit dem Pkw des 52-Jährigen kollidiert. Dieser hatte zuvor eine akute Koronarthrombose erlitten und dadurch die Gewalt über sein Fahrzeug verloren, so dass der Pkw ins Schleudern geriet. Der 27-Jährige erkannte das Hindernis zu spät und fuhr in das quer stehende Fahrzeug. Er wurde bei dem Zusammenprall schwer verletzt. Für den 52-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass nicht seine schwere Herzerkrankung den Tod verursacht hatte, sondern die Unfallverletzungen.

Zunächst sah es so aus, als würde der 27-Jährige straflos davon kommen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein, das sie aber wieder einstellte. Dagegen legte der Anwalt der Witwe des Verstorbenen Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein, mit Erfolg. Die Strafverfolgungsbehörde musste daraufhin das Verfahren wieder aufnehmen, um es dann erneut einzustellen. Auch die zweite Beschwerde hatte Erfolg, im dritten Anlauf kam es dann zur Anklage.

Am Vorabend der Verhandlung sandte der 27-Jährige dem Gericht ein ärztliches Attest zu, in dem ihm Verhandlungsunfähigkeit wegen einer temporären akuten depressiven Episode bescheinigt wurde. Richter Wilfried Kraft machte keinen Hehl daraus, dass er dieses Attest anzweifelte. Er verzichtete allerdings darauf, den Angeklagten zwangsweise vorführen zu lassen. Stattdessen einigten sich Gericht und Staatsanwaltschaft auf den Strafbefehl. Für diese Form der Verurteilung ist keine mündliche Hauptverhandlung nötig.

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