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Göttingen Wieder streiten Göttinger Schulen um Anmeldetermine
Die Region Göttingen Wieder streiten Göttinger Schulen um Anmeldetermine
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00:20 08.03.2019
Das Theodor-Heuss-Gymnasium und die anderen Gymnasien in Göttingen wollen vor den offiziellen Anmeldungsterminen Reservierungstage anbieten. Quelle: r
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Göttingen

Es gibt wieder Streit um die Anmeldetermine der weiterführenden Schulen in Göttingen. Die Stadt hat erneut getrennte Termine für Gesamtschulen und Gymnasien festgelegt. Das ärgert die Gymnasien und sie reagieren wieder mit sogenannten Reservierungstagen.

Die hatten schon im vorletzten Jahr für Aufsehen gesorgt. Die Landesschulbehörde hatte darauf im vergangenen Jahr einen einheitlichen Termin durchgesetzt. Folge: ein organisatorisches Chaos und ein Disziplinarverfahren gegen einen Gesamtschulleiter.

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Abgestuftes Anmeldeverfahren

Das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen ist seit Jahren umstritten. Bis auf eine Ausnahme hatte die Schulverwaltung der Stadt immer getrennte Termine festgelegt: zuerst für die Gesamtschulen, etwa zwei Wochen später für die Gymnasien.

So sollte zum einen gewährleistet werden, dass die Gesamtschulen auch von leistungsstarken Schüler angewählt werden. Zum anderen konnten sich Schüler, die in der ersten Runde keinen Platz an einer Gesamtschule abbekommen haben, anschließend an einer anderen Schule ihrer Wahl anmelden, ohne als Nachzügler zu kommen. Von diesem Verfahren hat vor allem die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule profitiert.

Zunächst auf einen Termin geeinigt

Auf Druck der Gymnasien und mit Unterstützung der Landesschulbehörde hatten sich Verwaltung, Gymnasien und Gesamtschulen im vergangenen Jahr schließlich erstmals auf nur einen Anmeldetermin geeinigt. Grundsätzlich sollte auch dann gelten, dass bei der Anmeldung das letzte Grundschulzeugnis im Original vorgelegt werden muss.

Das neue Verfahren aber ärgerte den damaligen Leiter der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS Geismar), Wolfgang Vogelsaenger. Er sorgte sich um die optimale Leistungsverteilung, die das Konzept der IGS ausmacht – und begnügte sich bei der Anmeldung mit einer Kopie. So konnten etliche Eltern ihr Kind am selben Tag problemlos am selben Tag auch an einem Gymnasium anmelden. Als später nach der Verteilungskonferenz ein Platz an der IGS sicher war, machten sie einen Rückzieher und holten das Originalzeugnis wieder.

Etwa 80 solcher Fälle brachten die bis dahin schon weit fortgeschrittene Klassenaufteilung an den Gymnasien und die Organisation der Schulverwaltung mächtig ins Schlingern. Und gegen Vogelsaenger wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, weil er mit seinem Vorgehen auch eine Weisung der Landesschulbehörde missachtet hatte.

Wolfgang Vogelsaenger Quelle: Christina Hinzmann

Inzwischen ist er in Pension und das Verfahren wurde niedergeschlagen. „Leider“, sagt Vogelsaenger, „ich wollte lieber ein Ergebnis und die Bestätigung, dass ich für die Schule und die Schüler richtig gehandelt habe“.

Für dieses Jahr hat die Schulverwaltung Anfang des Jahres dann wieder getrennte Anmeldetermine festgelegt – noch unter der Regie des inzwischen ausgeschiedenen Schuldezernenten Siegfried Lieske. Das überraschte viele. Hintergrund sei wohl das Verhalten des IGS-Leiters und entstandene Chaos gewesen, kommentiert die neue Dezernentin Maria Schmidt den Rückzieher zurückhaltend.

Protestaktion der Gymnasien

Und die Gymnasien reagieren wieder mit einer Protestaktion: Am Anmeldetag für die Gesamtschulen wollen sie Reservierungstage anbieten. Eltern und Schüler könnten dann ihr Interesse für eine Anmeldung bekunden, erklärt Ulrike Koller,Schulleiterin des Theodor-Heuss-Gymnasiums und Sprecherin der Göttinger Gymnasien. Die Reservierung werde zu einer verbindlichen Anmeldung, wenn sie am eigentlichen Meldetag der Gymnasien nicht zurückgezogen wird.

Hier geht’s zu den Anmeldetermine:

Die Anmeldetermine

Schüler der jetzigen vierten Grundschulklassen aus Göttingen und aus Teilen des Landkreises können sich für die fünfte Klasse ab Sommer an folgenden weiterführenden Schulen zu festgelegten Terminen anmelden:

Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, Geschwister-Scholl-Gesamtschule und Neue IGS Göttingen – Montag, 13. Mai, 8 bis 18 Uhr; Dienstag, 14. Mai, 8 bis 13 Uhr

IGS Bovenden – Mittwoch und Donnerstag, 8./9. Mai, 13.30 bis 17.30 Uhr; Montag, 13. Mai, 8 bis 18 Uhr; Dienstag, 14. Mai, 8 bis 13 Uhr

Gymnasium Otto-Hahn, Felix-Klein, Max-Planck, Theodor-Heuss und Hainberg – Montag, 20. Mai, 8 bis 18 Uhr; Dienstag, 21. Mai, 8 bis 13 Uhr

Oberschulen:

Bonifatiusschule II – Montag, 20. Mai, 8 bis 18 Uhr; Dienstag, 21. Mai, 8 bis 16 Uhr

Carl-Friedrich-Gauß-Schule – Montag, 13. Mai, 8 bis 19 Uhr; Dienstag, 14. Mai, 8 bis 16 Uhr

Schule am Hohen Hagen – Mittwoch, 08. Mai, 14 bis 18 Uhr; Donnerstag, 09. Mai, 8 bis 13 Uhr.

Die Schulen organisieren darüber hinaus an mehr als 20 Terminen von März und bis Mai Informationsveranstaltungen und Tage der offenen Tür.

Die Stadt alleine lege als Schulträger die Anmeldetermine fest, erklärt die Sprecherin der Landesschulbehörde, Bianca Schöneich. Über die Aktion der Gymnasien sei die Behörde informiert, rechtliche Einwände dagegen gebe es nicht. Wenn am Reservierungstag eindeutig erklärt wird, dass es sich nur um eine Interessensbekundung und keine verbindliche Anmeldung handelt, sei das akzeptabel. Und es dürften bei der offiziellen Platzverteilung nach den Anmeldeterminen keine anderen Schüler benachteiligt werden.

Großer Infoabend für Eltern und Schüler

Am Donnerstag, 7. März, wollen Stadt und Landkreis Göttingen sowie Vertreter der Schulen während einer gemeinsamen Veranstaltung Eltern und Schüler der 3. und 4. Grundschulklassen über die Schulangebote und das Anmeldeverfahren informieren. „Ich werde dann auch sehr deutlich darauf hinweisen, dass es sich bei der Reservierung an den Gymnasien um eine formelle Voranmeldung handelt, die nichts wert ist“, so Schmidt.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in Raum 011 im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5.

Von Ulrich Schubert