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Göttingen Geschenke-Umtausch: Deutlicher Rückgang
Die Region Göttingen Geschenke-Umtausch: Deutlicher Rückgang
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19:00 29.12.2018
Ungeliebte Geschenke werden nicht mehr so häufig umgetauscht wie früher.
Ungeliebte Geschenke werden nicht mehr so häufig umgetauscht wie früher. Quelle: Peter Heller
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Göttingen / Südniedersachsen

In Göttingen und der Region werden offenbar nach Weihnachten deutlich weniger Geschenke umgetauscht als noch vor einigen Jahren. Dies ergaben zumindest stichprobenartige Nachfragen bei verschiedenen Einzelhändlern. Unabhängig von Sortimenten und Warengruppen scheint der Trend eher zu Geldgeschenken und vor allem zu Gutscheinen zu gehen.

Mehr Gutscheine, weniger Umtausch

Der Handelsverband Hannover hatte bereits vor den Feiertagen betont, dass Bargeld und Gutscheine einen immer größeren Anteil an den Weihnachtsgeschenken ausmachen. Der Handelsverband Deutschland gibt diesen Anteil inzwischen mit mehr als 50 Prozent an. „Das ist dann sicherlich auch ein Grund dafür, dass wir nach Weihnachten weniger Geschenke umtauschen“, sagt Peter Kloss, Geschäftsleiter des Real-SB-Warenhauses am Lutteranger in Göttingen. „Es ist insgesamt in den Tagen nach Weihnachten nicht viel zurückgekommen“, so seine Beobachtung. Insgesamt seien die Umtausch-Wünsche in den vergangenen Jahren sogar recht deutlich zurückgegangen, betont Kloss – und zwar über alle Sortimente hinweg. Dies betreffe auch die Spielwarenabteilung, die in der oberen Etage des Marktes einen relativ großen Raum einnimmt. Zu den Spielwaren hatte der Handelsverband Hannover mitgeteilt, dass diese Warengruppe noch etwas häufiger umgetauscht werde als andere. Kloss kann dies nicht bestätigen – schon eher, dass über alle Sortimente hinweg inzwischen weniger als fünf Prozent aller Geschenke umgetauscht werden. Ende 2017 habe es bereits ähnlich ausgesehen.

Dies kann auch Beate Stadler, Geschäftsleiterin des Karstadt-Warenhauses in der Göttinger Innenstadt, unterschreiben: „Der Umtausch nach Weihnachten bewegt sich etwa auf dem Vorjahresniveau“, erklärt sie. Besondere Spitzen in bestimmten Sortimenten habe sie in ihrem Haus nicht beobachten können. Ebenfalls sei ihr kein Produkt aufgefallen, das besonders häufig umgetauscht werde.

Kunden bereiten sich besser vor

Juliane Reich vom Haushaltswarengeschäft Carl Tode an der Göttinger Prinzenstraße hat für dieses Phänomen noch eine andere Erklärung parat: „Die Leute sind heute gut vorbereitet beim Weihnachtsgeschenke-Kauf“, weiß sie. „Viele kommen inzwischen sehr gezielt und haben vorher im Internet nach der genauen Bezeichnung des Artikels geschaut, den sie haben möchten“, erklärt Reich. Manche würden sich sogar die Artikelnummer notieren. „Eltern wissen etwa ganz genau, welchen Thermo-Becher in welcher Farbe und mit welchem Aufdruck ihr Kind gern hätte“, gibt sie ein Beispiel. Im Fachgeschäft Tode sei der Trend zu den Gutscheinen noch nicht so stark erkennbar wie bei den größeren Filialisten: „Bei uns geht es meistens gezielt um ganz bestimmte Waren“, sagt Reich. Umgetauscht werde nach dem Fest aber auch bei Tode nur wenig.

Studie: Geschenke werden zum Teil weiter verschenkt

Dass weniger umgetauscht wird als früher, scheint noch weitere Gründe zu haben: Nach einer Studie des Internetportals Groupon hat fast ein Viertel (23 Prozent) der Deutschen schon mal heimlich ein unerwünschtes Weihnachtsgeschenk an ahnungslose Freunde und Familienmitglieder weiter verschenkt. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ungewollte Geschenke behalten haben und diese nie wirklich benutzen. Die ungewollten Geschenke fangen laut Studie „durchschnittlich zwei Jahre lang Staub“, wobei jeder Achte (13 Prozent) sogar zugegeben habe, unbenutzte Geschenke „für immer“ aufzubewahren. Auch interessant: Zwei Drittel derjenigen, die ein ungewolltes Weihnachtsgeschenk erhalten haben, gaben an, dass sie der schenkenden Person nicht gesagt haben, dass das jeweilige Geschenk nicht wirklich gefällt (67 Prozent) – aus Angst, Gefühle zu verletzen (50 Prozent) oder undankbar zu erscheinen (46 Prozent). Glaubt man den Zahlen der Groupon-Studie, dann geben 32 Prozent der Befragten vor, ein erhaltenes Geschenk regelmäßig zu benutzen, obwohl sie das gar nicht tun.

Von Markus Riese

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