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Göttingen Kein Recht auf Umtausch
Die Region Göttingen Kein Recht auf Umtausch
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22:21 14.01.2018
Passt nicht: ein klassischer Umtausch-Fall. Quelle: Peter Heller
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Göttingen/Duderstadt

Das Wichtigste vorneweg: Ein generelles Recht auf Umtausch gibt es nicht, erklärt die Verbraucherzentrale. Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, gekaufte Ware ohne Mängel zurückzunehmen. Die meisten Händler zeigen sich jedoch im Weihnachtsgeschäft kulant und nehmen sogar bereits ausgepackte Waren zurück.

Am klügsten ist es jedoch, sich bereits beim Kauf die Möglichkeit des Umtauschs bescheinigen zu lassen. Aber: Umtausch heißt nicht unbedingt Geld gegen Ware zurück, sondern der Händler kann auch einen Gutschein ausstellen oder nur direkt gegen neue Ware umtauschen. Oft sind die Rückgabebedingungen auf der Rückseite des Bons aufgeführt. Um ganz sicher zu gehen, sollte man sich die Option Geldrückgabe auf dem Kaufbeleg bestätigen lassen, rät die Verbraucherzentrale.

Wer einen Gutschein akzeptiert, sollte darauf achten, dass dieser mindestens ein Jahr oder besser noch unbefristet gültig ist. Rechtlich gesehen, verliert ein Gutschein seine Gültigkeit nach drei Jahren. Bei Käufen im Internet, am Telefon oder über Katalog kann die Ware im europäischen online-Handel innerhalb von 14 Tagen nach Lieferung ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt und der Kaufvertrag widerrufen werden. Der Händler ist dann verpflichtet, dem Käufer den gezahlten Preis innerhalb von 30 Tagen zu erstatten.

Verderbliche Produkte, Waren, deren Kartons beim Öffnen stark beschädigt wurden, benutzte Parfüms oder geöffnete DVDs, Software oder Computerspiele, deren Siegel beschädigt wurden, werden in der Regel nicht zurückgenommen. Bei Kleidung sollten die Etiketten nach Möglichkeit noch vorhanden sein. Wenn der Artikel jedoch einen einwandfreien Zustand aufweist, nehmen viele Geschäfte die Stücke zurück. Artikel wie Dessous, Piercing- und Ohrschmuck können nach dem Anprobieren aus hygienischen nicht umgetauscht werden.

Weist die Ware Mängel auf - wie beispielsweise eine abgeplatzte Farbe am Spielzeug oder ein defektes Smartphone-Anzeigefeld – hat der Käufer gesetzlich geregelte Ansprüche. Der Erwerber kann vom Händler zunächst verlangen, das gleiche Produkt noch einmal zu liefern oder es zu reparieren, und zwar kostenlos. Erst wenn die Ersatzlieferung ebenfalls fehlerhaft ist oder die Reparatur zweimal fehlschlägt, kann der Käufer den Kaufpreis reduzieren oder vom Vertrag zurücktreten. Die Nacherfüllung gilt für einen Zeitraum für zwei Jahre. Im ersten halben Jahr liegt die Beweislast bei den Händlern und sie müssen belegen, dass die Ware beim Kauf einwandfrei war. Anschließend muss der Kunde beweisen, dass der Fehler bereits beim Kauf vorlag. Auch individuell gefertigte Geschenke wie Posterdrucke, Fototassen oder Ähnliches werden nur bei fehlerhafter Produktion zurückgenommen.

Eine Garantie, die meist der Hersteller gibt, ist eine freiwillige Zusatzleistung über die gesetzliche Mangelhaftung hinaus. Die genauen Kriterien für eine gewährte Garantie sollten sich die Verbraucher vor einer Kaufentscheidung erklären lassen. In jedem Fall aber sollte der Käufer den Kaufbeleg sorgfältig aufbewahren.

Auch in diesem Jahr kämen viele Kunden nach den Weihnachtsfeiertagen in die Göttinger Karstadt-Filiale, um Waren umzutauschen, erklärt der Kaufmännische Leiter Otto Goergens. Dennoch beobachte er eine Trendwende im Kaufverhalten vor Weihnachten: „Viele schenken heute zielgerichteter, in dem sie einen Gutschein kaufen.“ Dies erleichtere dem Schenkenden den Einkauf und dem Beschenkten die Auswahl. Umtausch-Klassiker seien in der falschen Größe gekaufte Kleidungsstücke. Vom Umtausch ausgeschlossenen seien beispielsweise Lebensmittel, Süßwaren und Saisonartikel.

Auch im Haushaltswarengeschäft Carl Tode tauschen Kunden Artikel um, die sie zu Weihnachten geschenkt bekommen haben – „aber nur im notwendigen Fall“, erklärt Geschäftsführer Markus Reich. Durch die „umfangreiche und kompetente Beratung“ der Mitarbeiter sei ein Umtausch von Artikeln in vielen Fällen gar nicht nötig. Daher gingen er und sein Team entspannt in die Zeit zwischen den Jahren. Generell ist Reich mit dem Weihnachtsgeschäft „sehr zufrieden“ und merkt an, dass die Kunden „gerne im Geschäft“ vor Ort einkaufen.

„Wir haben bislang weniger Umtausch als in den Jahren zuvor“, sagte Marco Gruhle, Abteilungsleiter Einkauf im Modehaus E+R in Duderstadt. Wer etwas umtausche, wolle entweder die gleichen Teile in einer anderen Größe haben oder etwas völlig anderes, erläuterte Gruhle. Nach seinem Eindruck nehme die Zahl der Geldgeschenke zu.

Von einer geringeren Umtauschquote als in den vergangenen Jahren berichtete Jürgen Grollmisch, Inhaber des Fachgeschäftes „4fashion“  in Duderstadt. Es werde gezielter eingekauft, die Kunden machten sich offenbar mehr Gedanken, was der Beschenkte für eine Größe trage und welchen Geschmack er habe.

Von Matthias Heinzel, Maren Iben und Axel Artmann

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