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Göttingen E-Bikes: So gefährlich schätzt die Polizei Göttingen die Elektroräder ein
Die Region Göttingen E-Bikes: So gefährlich schätzt die Polizei Göttingen die Elektroräder ein
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20:47 10.09.2019
Bei einer Fahrt auf dem Elektrorad ist die Gefahr eines tödlichen Unfalls nach Berechnungen der Allianz dreimal höher als auf einem normalen Fahrrad ohne Motor. Quelle: dpa
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Göttingen

„Immer mehr Unfälle mit E-Bikes.“ „Todesrisiko dreimal so hoch als mit dem Fahrrad.“ „Polizei und Unfallforscher besorgt.“ Schlagzeilen wie diese sind seit Monaten in den Medien zu lesen. Bundesweit sind besonders ältere Menschen betroffen. Besteht also Grund zur Besorgnis für alle, die sich ein E-Bike anschaffen wollen oder bereits Eigentümer eines solchen Zweirades sind? Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Göttingen, hebt zuerst einmal beschwichtigend die Hände. „Was ist konkret gemeint: Ein E-Bike oder ein Pedelec“, stellt er eine Gegenfrage.

Beides, klärt der Polizeihauptkommissar auf, laufe unter dem Oberbegriff Elektrofahrrad. Doch gebe es gewisse Unterschiede, bedeutsame sogar, die in ein größeres beziehungsweise geringeres Gefahrenpotenzial münden. „Ein Pedelec ist wie ein Fahrrad zu behandeln“, geht Arnecke die Sache rechtlich an. Es unterstütze mit einem Elektromotor den Fahrer so lange, wie der in die Pedale tritt. Schluss mit der Unterstützung sei bei 25 Kilometer pro Stunde. Ein E-Bike hingegen gibt auch ohne Tretbewegung Energie zur Fortbewegung ab.

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Fahrrad, Pedelec, E-Bike

Werden nun alle drei Zweiradarten zusammengefasst, das normale Fahrrad, das Pedelec und das E-Bike, zeigt sich in den Jahren 2014 bis 2018 eine leichte Zunahme der Unfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen (mit Friedland, Hann. Münden, Duderstadt). Waren es im Jahr 2014 noch 403 Unfälle, lag diese Zahl im vergangenen Jahr bei 437.

Das überwiegende Gros machen Fahrräder aus (2018: 420 von 437 Unfällen). Arnecke: „In unserem Zuständigkeitsbereich ist in den Jahren 2014 bis 2017 bei den polizeilich registrierten Verkehrsunfällen – unter der Beteiligung von Elektrofahrrädern – ein Anstieg der Unfallzahlen festzustellen. 2018 ein Rückgang.“ Konkret: 2014 waren es elf Unfälle, 2015 zwölf Unfälle, 2016 15 Unfälle, 2017 21 Unfälle, 2018 17 Unfälle. Allerdings ist nach derzeitigem Stand für 2019 wieder ein leichter Anstieg bei den Verkehrsunfällen unter der Beteiligung von Pedelecs zu verzeichnen, wohlgemerkt: Pedelecs.

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Kein älterer E-Bike-Fahrer verletzt

Im aktuellen Polizeibericht über das Unfallgeschehen heißt es: Der bundesweite Trend, dass Senioren als Nutzer von Elektrofahrrädern besonders gefährdet sind, hat sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen nicht bestätigt. In dieser Altersgruppe wurde kein E-Bike Fahrer verletzt, auf Pedelecs wurden drei Senioren schwer und zwei leicht verletzt.

Besonders gefährliche Straßen oder Radwege für Nutzer von Elektrofahrrädern sieht Arnecke nicht als gegeben. Aber: Im Stadtgebiet Göttingen heben sich einige Örtlichkeiten bei der polizeilichen Verkehrsunfallaufnahme unter Fahrradbeteiligung von dem normalen Unfallgeschehen ab. Zu nennen sind die drei Kreisverkehre „Godehardstraße/Königsallee“, „Königsallee/Grätzelstraße“ und „Königsallee/Hagenweg“, dazu der Rosdorfer Kreisel, ebenso das Groner Tor und das Geismar Tor.

Infoveranstaltungen der Polizei

„Bei der Nutzung von Elektrofahrrädern besteht die Gefahr, dass deren Geschwindigkeit durch andere Verkehrsteilnehmer falsch eingeschätzt oder vom Zweiradfahrer selbst unterschätzt werden kann“, gibt Arnecke zu bedenken. Diese Fehleinschätzungen können zu ungeahnten Gefahrensituationen führen. Um diese möglichst zu vermeiden, hat der Polizist mehrfach zu Infoveranstaltungen eingeladen. Im Rahmen der Verkehrsunfallprävention werden hier Teilnehmer hinsichtlich möglicher Gefahren sensibilisiert. Die nächste Veranstaltung „Rund-ums-Elektrofahrrad“ ist für Mitte März 2020 geplant.

Einiger Tipps von Arnecke zur sicheren Nutzung von Elektrofahrrädern schon jetzt: Kein Kauf ohne Beratung. Ausführliche Probefahrt. Erfahrungen auf verkehrsarmen Strecken sammeln. Anhalten und plötzliches Bremsen besonders üben. Einen Helm tragen. Medikamenteneinnahme kritisch hinterfragen. Helle und reflektierende Kleidung tragen.

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