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Göttingen Gesellschafter der Harzwasserwerke wollen Anteile abstoßen
Die Region Göttingen Gesellschafter der Harzwasserwerke wollen Anteile abstoßen
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21:42 06.03.2014
Von Gerald Kräft
Okertalsperre: Göttingen bezieht sein Trinkwasser aus dem Harz. Quelle: dpa
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Hildesheim

Die Anteile können nach Jahresfrist auch an private Investoren weiterveräußert werden. Das Land hatte sich beim Verkauf der Werke 1996 ein Zustimmungsrecht vorbehalten. Der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete und Aufsichtsratmitglied der Stadtwerke, Fritz Güntzler, fordert, dass das „lebenswichtige Wasserversorgungsnetz“ in öffentlicher  Hand bleiben müsse.

Ob die verbliebenen Kommunen und damit auch Göttingen ihre Beteiligungen erhöhen oder ob das Land selbst wieder Eigentümer werden wolle und könne, müsse zügig geklärt werden. Güntzler appelliert an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), einzuspringen, bevor internationale Hedge Fonds zum Zuge kommen.

80 Prozent des Trinkwassers aus dem Harz

Offiziell informiert seien die Stadtwerke bislang nicht, erklärte deren Sprecher Klaus Plaisir. Verkaufsüberlegungen gebe es nicht. Allerdings gebe es auch aus Sicht der Göttinger Stadtwerke eine unbefriedigende Ertragslage der HWW. Die Stadt Göttingen ist über die Stadtwerke AG seit 1996 mit sechs Prozent an der HWW GmbH beteiligt. Die Stadt bezieht seit 1980 rund 80 Prozent des Trinkwassers aus dem Harz.

Anteile verkaufen wollen EWE Oldenburg, Purena Wolfenbüttel, Avacon Helmstedt sowie die Stadtwerke Bremen, Braunschweig, Hannover und die Hamburger Wasserwerke. Nicht verkaufen wollen derzeit der HWW zufolge die Stadtwerke Wolfsburg, Hildesheim und Göttingen sowie der kommunale Verbund HKW Syke.

Im April tagt die Gesellschafterversammlung, im Mai der Aufsichtsrat. Eine Begründung für die Kündigungen gebe es bislang nicht, Gespräche mit dem Land auch nicht, erklärte Bodner. Die Harzwasserwerke liefern jährlich rund 90 Millionen Kubikmeter weiches Trinkwasser. Die HWW übernahm 1996 vom Land auch den Hochwasserschutz und die Unterhaltung des historischen „Oberharzer Wasserregals“ – mittlerweile Weltkulturerbe.