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Göttingen Gesucht: Geld für Pro City
Die Region Göttingen Gesucht: Geld für Pro City
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19:10 13.08.2013
Von Michael Brakemeier
Pro-City-Veranstaltung für den Standort Innenstadt: „Göttingen zieht an“ auf dem Göttinger Wilhelmsplatz. Quelle: Heller
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Göttingen

Behrens’ Entscheidung für einen persönlichen und beruflichen Wechsel stelle auch Pro City vor eine „richtungsweisende Neuausrichtung“, sagte Philipp Bremer, der als Vorsitzender des Vereins Pro City auch Mitglied des Aufsichtsrates der GmbH ist. Noch könne er nicht sagen, in welche Richtung sich Pro City entwickeln wird.

Finanzielle Ausstattung eines der wichtigsten Themen

Wie Behrens sieht auch Bremer die finanzielle Ausstattung der GmbH als eines der wichtigsten Themen an. Derzeit sind nur 90 Prozent der Pro-City-Kosten gedeckt. Jährlich muss ein Fehlbetrag von 10 000 bis 15 000 Euro aus Rücklagen gedeckt werden, die noch aus der Fusion von Pro City mit dem Gewerbeverein stammen. Der Gesamtetat von Pro City beläuft sich derzeit auf 350 000 bis 375 000 Euro jährlich.

Bei einem Treffen im Juni von Behrens und Bremer mit elf Hausbesitzern aus der Innenstadt wurden bereits „konkrete Maßnahmen“ für eine Neuausrichtung vereinbart: Langfristig soll das City-Marketing für die Innenstadt durch das „Ausloten der Möglichkeit einer Standortgemeinschaft“ gesichert werden, heißt es in dem Protokoll des Treffens. Ein Gespräch dazu ist für August oder September geplant. Gesetzliche Grundlagen, anders als in Hessen, fehlen in Niedersachsen allerdings.

"Freiwilliger Jahresbetrag"

Mittelfristig sollen die Marketingmaßnahmen durch einen „freiwilligen Jahresbeitrag, der sich an der Verkaufsfläche orientiert“, gesichert werden. Angedacht sei ein Beitrag von einem Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche und Monat, „mindestens jedoch 1500 Euro jährlich pro Mitgliedschaft und die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung“. Derzeit nimmt der Verein mit rund 210 Mitgliedern rund 60 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen ein. Die Beiträge bewegen sich für Unternehmen je nach Betriebsgröße und Umsatz zwischen 175 und 1500 Euro. Vereine zahlen 125, Privatpersonen 75 Euro. Weiteres Ergebnis des Treffens mit den Hauseigentümern: Harald Windel vertritt künftig im Vorstand von Pro City die Interessen der Immobilienbesitzer.

Kritik an Geschäften in 1a-Lage

Derzeit klagt Pro City, dass sich „die Geschäfte in den 1a-Lagen, die sich größtenteils aus internationalen Konzernen zusammensetzen“, immer weniger an Veranstaltungen und Marketingmaßnahmen beteiligten, obwohl sie „häufig Hauptnutznießer“ davon seien. Zudem verlagerten sich die Einkäufe „in den mobilen Handel des Internets“. Dem müsse man, so Behrens, mit Stadtmarketing entgegensteuern. Dieses koste Geld.

Noch, sagt Bremer, stehe nicht fest, wann die Grundsatzdiskussion beginnen wird. Zunächst werde man sich in kleinen Gruppen zusammensetzen. Später werde man die Mitglieder einbeziehen. Deren Meinung und Engagement seien nun umso mehr gefragt, „damit wir die Göttinger City auch in Zukunft als attraktiven Handelsstandort erhalten können“. Bremer geht davon aus, dass ein Nachfolger „rechtzeitig“ gefunden werden wird.