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Göttingen Gewalt gegen Freundin
Die Region Göttingen Gewalt gegen Freundin
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19:45 19.03.2012
Von Jürgen Gückel
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Göttingen

Die Anklage wirft dem 21-Jährigen vor, seine ein Jahr ältere Freundin auf offener Straße zweimal geohrfeigt, sie in den Bauch geboxt und zu Boden gerissen zu haben. Dennoch ging es für ihn glimpflich aus: Er wurde zur Teilnahme an einem 14-tägigen Aggressionskontroll-Training verpflichtet. Das Verfahren wurde eingestellt.

Denn was genau passiert war am 7. Juni 2011 vor der Volksbank-Hauptgeschäftsstelle, das blieb unklar. Die Frau jedenfalls streitet ab, geboxt und geohrfeigt worden zu sein. Sie hätten zwar Streit gehabt und sie sei angetrunken gewesen, dabei sei sie von ihrem Freund „im Gesicht gepackt und geschüttelt“ worden, „das hat aber nicht weh getan“. Dass sie hinterher im Krankenhaus war, erklärt sie dem Gericht mit Migräne-Kopfschmerz.

Hausverbot für eigene Wohnung

Von den drei Studenten, die vom RCDS-Abend kamen und entlang der Reinhäuser Landstraße bis zur Volksbank Zeugen des lautstarken Beziehungssteits wurden, wollen auch nur zwei von hinten den Boxhieb gesehen haben. Sie hatten die Polizei gerufen und einen Fausthieb in den Bauch geschildert, worauf die Beamten dem jungen Vater damals Hausverbot für die eigene Wohnung erteilt hatten.

Dass der junge Mann ohne jeden Schulabschluss Probleme mit seiner Aggressionskontrolle hat, belegen vier Verurteilungen wegen Körperverletzung. Bei weiteren  Verurteilungen droht ihm die Abschiebung, wie es Vater und Bruder schon ergangen ist. Diesmal jedoch geht es ohne Urteil ab. Ein Training zur Selbstbeherrschung wird für ihn aber zur Pflichtauflage.