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Göttingen Gewerkschafterin spricht auf Maikundgebung
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07:00 29.04.2019
Laura Pooth aus Oldenburg ist die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen. Sie will am 1. Mai auf dem Göttinger Albaniplatz eine Rede halten. Quelle: R
Göttingen

Europa. Jetzt aber richtig“ Unter dieses Motto hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Tag der Arbeit am 1. Mai gestellt. Die Gewerkschafter rufen dazu auf, angesichts der bevorstehenden Wahl des Europäischen Parlamentes am 26. Mai für ein solidarisches und gerechtes Europa auf die Straße zu gehen. In Göttingen beginnt der Tag der Arbeit mit einer Demonstration, die um 10.30 Uhr am Platz der Synagoge starten soll. Ab 11.15 Uhr wollen mehrere Personen am Gänseliesel-Platz kurze Reden halten. Auf dem Albaniplatz ist von 11 bis 15 Uhr ein Familien- und Kulturfest geplant. Hier gibt es unter anderem Soul- und Reggae-Klänge mit der Eyala Musicband. Die Maikundgebung auf dem Albaniplatz will der DGB-Kreisvorsitzende Lothar Hanisch eröffnen. Nach ihm wird die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Laura Pooth eine Rede halten, heißt es in einer Mitteilung des DGB.

„Die EU hat viele Vorteile gebracht“

Gegenüber dem Tageblatt weist Pooth im Vorfeld ihres Besuches in Göttingen darauf hin, dass Menschen seit über 130 Jahren am 1. Mai für Solidarität und Gerechtigkeit auf die Straße gehen. In diesem Jahr stehe dieser Tag im Zeichen der Europawahlen. „Die EU hat viele Vorteile gebracht und verdient Respekt: Noch nie herrschte in Europa so lange Frieden. Die Menschen können sich frei bewegen, in anderen EU-Ländern leben, arbeiten und reisen“, betont die Gewerkschafterin. Aber in Sachen Solidarität und Gerechtigkeit bleibe noch viel zu tun. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auf – sowohl innerhalb der reicheren Nationen des Nordens, als auch im Verhältnis zu den südlichen und östlichen Mitgliedsstaaten. „Der Abbau sozialstaatlicher Leistungen und Lohnkürzungen haben Armut und Ungleichheit emporschießen lassen. Genau das ist der Nährboden für nationalistische Agitation von Populisten von rechts und links“, argumentiert die 40-Jährige.

„Flagge zeigen für ein buntes Europa

Die EU, schätzt sie ein, habe noch nie so unter Druck gestanden wie heute. Will sie verlorenes Terrain zurückgewinnen, müsse sie die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen. Nur mit gesellschaftlichem Zusammenhalt habe das europäische Projekt eine Zukunft. „Dafür brauchen wir eine europaweite Stärkung der Tarifbindung, eine armutsfeste Absicherung aller Lebenslagen, eine faire Besteuerung von Konzernen und nicht zuletzt europaweite Investitionen, um Wachstum, Arbeitsplätze, Bildung und Wohlstand auch in Zukunft zu sichern und die Klimaziele erreichen zu können“, so Pooth. Das seien die Grundvoraussetzungen für ein soziales Europa. „Nichts weniger haben die Menschen verdient.“

Acht Kundgebungen in Südniedersachsen

Am 1. Mai seien deshalb alle eingeladen, Flagge zu zeigen: Für ein buntes und soziales Europa, das allen Menschen eine Zukunft in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit bietet. „Wir wollen allen Nationalisten und Demagogen die rote Karte zu zeigen. Sie haben keine Lösungen, sondern nichts als Plattitüden“, kritisiert die Oldenburgerin.

Der DGB will in Südniedersachsen acht Maikundgebungen ausrichten. Die Orte dafür sind neben Göttingen Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Uslar, Osterode (hier im Haus der Jugend), Goslar und Langelsheim. In einem Schreiben des DGB Südniedersachsen-Harz heißt es: „Die Brexit-Abstimmung in Großbritannien und ihre Folgen haben gezeigt, wohin es führt, wenn diejenigen die Oberhand gewinnen, die Ängste schüren, aber keinerlei Konzepte für die Zukunft haben.“ Und: „Wir machen den Tag der Arbeit zum Tag der europäischen Solidarität.“

Von Ulrich Meinhard

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