Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Gift-Unfall im DHL-Paketzentrum Lutterberg
Die Region Göttingen Gift-Unfall im DHL-Paketzentrum Lutterberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:01 03.06.2013
Von Jürgen Gückel
Quelle: Hinzmann
Anzeige
Lutterberg

Sie musste mit Übelkeit, Atemnot, Hautreizungen und Erbrechen in ein Krankenhaus gebracht werden. Weitere knapp 30 Mitarbeiter wurden ärztlich untersucht und versorgt.

Noch einmal 50 Beschäftigte wurden aus anderen Hallen des DHL-Zentrums evakuiert. Die Frachthalle wurde abgeriegelt und kann voraussichtlich bis zum Nachmittag nicht betreten werden. Erst gegen 14 Uhr wurden die Hallen per Druckbelüftung von den gefährlichen Ausgasungen gereinigt, so dass am Spätnachmittag wieder gearbeitet werden konnte.

Schwerer Unfall in Lutterberg: Innerhalb des Post-Frachtzentrums der DHL ist aus mehreren Kinderkleiderpaketen ein Stoff ausgetreten, der mehrere Menschen verletzt hat. ©Hinzmann

Die gefährliche Fracht war in dieser Woche in Lutterberg als Retoure angekommen und sollte am Freitag umgeladen und wieder zum Hersteller zurückgeschickt werden. Nach Tageblatt-Informationen sollen die Kinderkleider und -schuhe aus Ostasien stammen.

Eines der Pakete aus zwei großen Retoure-Paletten ist offenbar von zwei Mitarbeiterinnen aus ungeklärtem Grund geöffnet worden. Es trat dabei ein Stoff aus, von dem den beiden damit beschäftigten Frauen sofort schlecht wurde.

Weitere Beschäftigte in der Nähe litten ebenfalls unter Atemnot und Übelkeit. Vier der fünf Verletzten kamen ins Krankenhaus, einer wurde vor Ort versorgt. Alle weiteren 30 Beschäftigten wurden ärztlich untersucht. Dazu hatte die Feuerwehr ein Behandlungszelt für die zahlreich herbeigerufenen Notärzte aufgestellt.

Schwerer Unfall in Lutterberg: Innerhalb des Post-Frachtzentrums der DHL ist aus mehreren Kinderkleiderpaketen ein Stoff ausgetreten, der mehrere Menschen verletzt hat.

Die Feuerwehren wurden im großen Umfang alarmiert. 120 Helfer waren im einsatz. Neben den Notärzten kamen die schnelle Einsatzgruppe der Kreisfeuerwehr (SEG) sowie der Gefahrgutzug.

Welcher Stoff genau zu den gesundheitlichen Schwierigkeiten der DHL-Mitarbeiter geführt hat, ist unklar. Die Feuerwehr hat Proben genommen, die nun analysiert werden. Häufig werden Textilien, die lange unterwegs sind, mit dem in Deutschland seit 1989 verbotenen Pentachlorphenol (PCP) gegen Schimmel behandelt. Die Chemikalie wird in Asien heute noch viel eingesetzt.

Artikel wurde aktualisiert