Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Gift-Wodka auch in Göttingen verkauft
Die Region Göttingen Gift-Wodka auch in Göttingen verkauft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:05 25.11.2011
Von Matthias Heinzel
Anzeige
Göttingen

Dass die gelieferten Flaschen das Gift enthielten, ist durch die Chargennummern belegt: In Flaschen mit der gleichen Nummer wurde Methanol in erheblichen Mengen bereits nachgewiesen.

Mit Methanol versetzt sind die Wodka-Marken „AntiVirus Premium Quality“, Premium Cosmos Vodka“ und „Excellent Vodka V 24“, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Hersteller der methanolhaltigen Spritituosen ist die Firma „Bärenkrone“ aus Leinefelde im Eichsfeld. Bei einem Verdacht sollten sich Konsumenten sofort ins Krankenhaus begeben, aber: Weil Methanolvergiftungen in Deutschland sehr selten sind, kommen Ärzte nicht unbedingt sofort auf die Vergiftungsursache. Ein Problem: Der Körper verarbeitet zunächst Ethanol, also den normalen Alkohol. Der so entstandene Rausch überdeckt zunächst die Vergiftungserscheinungen, die danach durch den Methylalkohol eintreten.

Anzeige

Und die sind schwerwiegend: Zunächst treten Kopfschmerzen, Schwächegefühl und Übelkeit auf. Es folgen Erbrechen, Schwindel und eine beschleunigte Atmung. In der dritten Phase werden die Nerven, insbesondere der Sehnerv, angegriffen. Zwar können die Sehstörungen zunächst wieder zurückgehen, aber: Die Degeneration des Sehnervs führt anschließend zur Erblindung. Außerdem drohen Hirnschäden. Als Folge einer Atemlähmung kann später der Tod eintreten.

Dosen ab 0,1 Gramm Methanol pro Kilogramm Körpergewicht sind gefährlich, mehr ab ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht lebensbedrohlich. In den „Bärenkrone“-Produkten wurden bisher Konzentrationen von bis zu 17,5 Gramm pro Liter („AntiVirus“) festgestellt.