Glaskuppel der Göttinger Volksbank erneuert
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Göttingen „Intelligentes Glas“ für das Markenzeichen der Göttinger Volksbank
Die Region Göttingen „Intelligentes Glas“ für das Markenzeichen der Göttinger Volksbank
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09:57 09.04.2020
Die Glaskuppel auf dem Volksbank-Gebäude wird mit Fenstern aus „intelligentem Glas“ versehen.
Die Glaskuppel auf dem Volksbank-Gebäude wird mit Fenstern aus „intelligentem Glas“ versehen. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Es ist ein beeindruckendes Projekt, das die Volksbank Kassel Göttingen derzeit unternimmt: Für insgesamt zehn Millionen Euro saniert das Geldinstitut derzeit seine Hauptfiliale am Geismartor in Göttingen. Sechs Millionen wurden bereits 2018 in die Neugestaltung gesteckt, nun folgen die letzten Handgriffe. In den vergangenen Tagen bekam die markante Glaskuppel des Gebäudes eine neue Verglasung – ein ungeheurer Aufwand.

Denn die Gesamtfläche der Kuppel beträgt 140 Quadratmeter, sie besteht aus 88 einzelnen Scheiben. Damit die Kundenhalle, in der momentan ebenfalls fleißig gewerkelt, geschraubt, gebohrt und gehämmert wird, weiterhin lichtdurchflutet bleibt, stand „überhaupt nicht zur Debatte“, auf die Glaskuppel zu verzichten, wie Michael Vornkahl von der Volksbank mitteilt. „Wir wollten die Glaskuppel unbedingt behalten. Das Bild der Bank von Außen sollte erhalten bleiben“, sagt er.

Die Glaskuppel ist das Markenzeichen der Bankfiliale

Für die Kunden wurde während der Bauarbeiten in der Bank eine Zwischenlösung innerhalb des Gebäudes geschaffen. Die SB-Technik wie Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker oder SB-Terminal stehen trotz der Umbaumaßnahmen rund um die Uhr zur Verfügung. Kundenservice und Beratung werden ebenso weiterhin vorgehalten wie Zugang zu den Wertschließfächern.

Für Göttinger ist die Glaskuppel in den vergangenen Jahrzehnten zum Markenzeichen der Bankfiliale geworden. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Komplett neu ist allerdings die Technik, die in den Scheiben zum Einsatz kommt. „Die neuen Glasscheiben bestehen aus thermochromen Elementen“, erläutert Vornkahl. Dabei handelt es sich um eine spezielle Sonnenschutzverglasung, bei der sich die Lichtdurchlässigkeit durch die Glasfärbung je nach Sonneneinstrahlung und Wärme automatisch verändert.

So gehen die Arbeiten voran

Selbsttönende Scheiben aus „intelligentem Glas“

Im Klartext: Bei Sonneneinstrahlung tönen sie sich selbstständig und regulieren so den Lichteinfall in die Filialräume. Das funktioniert durch eine Verkabelung, die elektrischen Strom auf die Fenster leitet. Die Kabelage wird derzeit ebenfalls installiert. Die neue Verglasung dient jedoch keinem Showeffekt, sondern ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Das „intelligente Glas“ kann bis zu 90 Prozent der Strahlung abfangen. Das spare nicht nur Energie und Kosten, sondern sei auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, so Vornkahl.

Auch die Steilkonstruktion der Kuppel bleibt bestehen. Verschraubt werden die einzelnen Scheiben untereinander mit Aluminiumprofilen. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt der Volksbank-Mitarbeiter, fügt aber hinzu: „Im neuen Zeitplan.“ Denn eigentlich sollte die neugestaltete Filiale bereits Anfang des Jahres geöffnet haben. Dass es nicht klappte, lag an der Glaskuppel.

Zeitplan durch Fehllieferung um drei Monate verzögert

Denn die beauftragte Firma hatte die Spezialscheiben, die allesamt Sonderanfertigungen sind, in der falschen Größe produziert. „Das war ärgerlich, aber auch menschlich“, berichtet Vornkahl. Die Firma hätte sich einfach vermessen. „Das hat uns im Zeitplan etwa drei Monate zurückgeworfen.“

Doch nun ist Vornkahl guter Dinge, dass die neue, alte Filiale im Sommer eröffnet werden kann – wenn nichts mehr dazwischen kommt. Die Corona-Krise habe bislang noch keinen Einfluss auf die Arbeiten gehabt, sagt er. „Bislang hat noch keine der beauftragten Firmen wegen Corona Verzögerungen gemeldet“, der Volksbank-Mitarbeiter hofft, dass es auch so bleibt. Er gibt aber im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung in Deutschland zu bedenken: „Die Lage kann sich schnell ändern.“

Der Umbau der Volksbank

Die Hauptfiliale der Göttinger Volksbank wird umfangreich umgebaut. So bereitet sich die Bank auch auf die voranschreitende Elektromobilität vor. Dafür wurde bereits eine Ladestation für bankeigene Elektroautos in der Tiefgarage installiert. Für Kunden wird es eine Ladestation für E-Bikes auf dem bankeigenen Kundenparkplatz geben. In der Selbstbedienungszone im Eingangsbereich werden die Kunden rund um die Uhr ihre Bankgeschäfte erledigen können. Die Geräteausstattung wird auf dem neuesten Stand der Technik sein. Helle Farben und warme Holzelemente sollen der Filiale ein freundliches und warmes Ambiente mit Wohlfühlatmosphäre verleihen. Ziel sei es, den Kunden noch mehr Orientierung und Klarheit zu bieten. Die großzügig geschnittene, klimatisierte Haupthalle soll zukünftig Raum für Veranstaltungen mit bis zu 300 Gäste bieten. Sie wird mit aktueller Veranstaltungstechnik inklusive Beamer und Großbildleinwand ausgestattet. Damit wolle die Bank dem gestiegenen Informationsbedürfnis ihrer Kunden gerecht werden. Aber auch Vernissagen oder Musikveranstaltungen seien dort zukünftig denkbar.

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Von Tobias Christ