Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttingen: Bewährungsstrafe für Messer-Überfall im Drogenrausch
Die Region Göttingen Göttingen: Bewährungsstrafe für Messer-Überfall im Drogenrausch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:29 06.01.2015
Von Matthias Heinzel
Göttingen: Bewährungsstrafe für Messer-Überfall im Drogenrausch. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Außerdem spricht der Angeklagte kein Wort deutsch. Zu einem Urteil wegen bewaffneten Überfalls kam es dennoch.

Angeklagt war ein 47-jähriger Mann aus Abchasien, einer abtrünnigen Provinz Georgiens. Vor Kriegsgräueln sei er geflohen, erklärte er über die Dolmetscherin, und sei Anfang 2013 nach Deutschland gekommen.

Doch dort fand er sich nicht zurecht: keine Arbeit, kaum Bekannte, kein Geld, aber eine massive Drogensucht. Ein Einzelgänger: Seine wenigen Kontakte beschränkten sich auf die russischsprechende Gemeinschaft in Braunlage und danach in Göttingen.

Dazu zählte auch Waldemar L., in dessen Göttinger Wohnung er für kurze Zeit unterkam. Doch mit der Dankbarkeit des Gastes war es nicht allzuweit her. Im Februar 2014 bedrohte er seinen Gastgeber mit einem Messer und zwang ihn, vier Gramm Heroin und 140 Euro herauszurücken. Damit allerdings musste sich das Gericht nicht mehr befassen: Waldemar L. schwieg im Gerichtssaal.

Blieb noch der Überfall im April auf seine ehemalige Lebensgefährtin in dem nicht nur bei der Polizei übel beleumundetem Appartementhaus Hagenweg 20. Zuerst trat er die Appartementtür ein, dann forderte er nach bekannter Manier Geld und Drogen. Erst als er bemerkte, dass seine Ex heimlich die Polizei gerufen hatte, besann er sich eines besseren.

Blieb also der Anklagepunkt des versuchten schweren Raubes – Versuch deshalb, weil es zur Übergabe von Geld oder Drogen gar nicht erst gekommen war. Trotz des schweren Vorwurfs kam der 47-Jährige dank seines Geständnisses gerade noch mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Dennoch ist die Prognose nicht gut: In seinem Schlusswort versprach der schwer opiatabhängige Mann nur, „künftig weniger Drogen“ zu nehmen.