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Göttingen Göttingen – Hochburg des Ladendiebstahls
Die Region Göttingen Göttingen – Hochburg des Ladendiebstahls
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18:32 27.02.2015
Von Matthias Heinzel
Schnell eingesteckt und nicht bezahlt – im Vergleich sehr häufig in Göttingen.
Schnell eingesteckt und nicht bezahlt – im Vergleich sehr häufig in Göttingen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

In der resultierenden Rangliste belegt Göttingen mit 808 Diebstählen pro 100 000 Einwohner Platz 21 – knapp hinter Hamburg. Die Hansestadt registrierte 813 Ladendiebstähle pro 100 000 Einwohner.

Während die für die Studie befragten Experten die Zahl der polizeilich erfassten Delikte auf nur rund drei bis vier Prozent aller verübten Ladendiebstähle schätzen, geht die Göttinger Polizei für ihr Gebiet von einer wesentlich geringeren Dunkelziffer aus. „Maximal 60 Prozent“ aller Ladendiebstähle, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz, blieben unentdeckt: „Dies folgern wir daraus, dass Beschuldigte im Rahmen von polizeilichen Befragungen seit Jahren auf die hohe Anzahl der in Göttingen tätigen Kaufhausdetektive und die aus polizeilichen Präventionsmaßnahmen resultierenden guten technischen Überwachungsmaßnahmen in Kaufhäusern und Läden hinweisen.“

Dementsprechend hat die Göttinger Polizei in Sachen Ladendiebstahl eine hohe Aufklärungsquote – mit 97 Prozent sogar die beste aller untersuchten Städte. Auch diejenigen Diebstähle, in denen der Täter zunächst unbekannt ist, könnten durch Personenbeschreibung, Bild- oder Filmmaterial in den meisten Fällen ebenfalls aufgeklärt werden, sagt Kaatz.

Auch wenn die Aufklärungsquote hoch ist: Dass es in Göttingen vergleichsweise viele Ladendiebstähle gibt, „merken wir auch“, sagt Willi Klie, Inhaber des Textilgeschäfts Sylvester Märten und Vorsitzender des Göttinger Einzelhandelsverbands. Dass es nicht noch mehr sind, führt Klie ebenso wie Kaatz auf die hohe Präsenz von Ladendetektiven und anderen Sicherheitskräften zurück.

Waren, die bei Dieben besonders beliebt sind, hat Klie aus seinem Angebot aussortiert. So gibt es bei Sylvester Märten keine Seidenschlafanzüge mehr und auch keine Produkte bestimmter Edelmarken.

Außer Ladendetektiven und Kameras, sagt die Polizei, können Geschäftsinhaber noch auf andere Weise Vorsorge treffen:  Verkaufspersonal und andere Kunden in unmittelbarer Nähe wirken abschreckend, unübersichtliche Ecken laden zum Diebstahl ein.

Spitzenreiter Magdeburg

Absolute Ladendiebstahl-Hochburg unter den 80 größten deutschen Städten ist Magdeburg mit 1233 Fällen pro 100 000 Einwohnern (alle Zahlen für 2013). Es folgt Regensburg mit 1085 angezeigten Diebstählen.

Es folgen Saarbrücken (1080 Fälle), Leipzig (1039) und Dortmund (1023). Auf Platz sechs liegt Kassel – mit 1002 Fällen noch deutlich vor Göttingen, ebenso Hannover mit 930 Diebstählen.

Mit 689 und 687 Fällen liegen Koblenz und Essen genau in der Mitte der Statistik. Am wenigsten gestohlen – oder angezeigt – wird in Leverkusen ( (406 Fälle) und Mülheim/Ruhr (341).

Das relativ diebstahlarme Moers (413 Fälle) hat mit 58,7 Prozent die mit Abstand schlechteste Aufklärungsquote.