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Göttingen Göttingen: Mieterhöhung in sanierten Studentenwohnheimen
Die Region Göttingen Göttingen: Mieterhöhung in sanierten Studentenwohnheimen
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04:31 17.04.2014
Vor dem Abriss: Theodor-Heuss-Straße 13 Quelle: Vetter
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Göttingen

Herkömmliche Wohnheimplätze für Erasmus-Studenten und Apartments mit Küchenzeile und Bad für reguläre Studenten sollen entstehen.

Die Initiative fürchtet eine Verdopplung der Miete von 140 auf 300 Euro. Diese Art der Sanierung, wie schon 2012 im Rosenbachweg 10/12, reihe sich in eine Folge „struktureller Umbaumaßnahmen des Studentenwerkes ein, so der Vorwurf. „Dieses steigert die Mieten, führt Sanierungen zu Ungunsten der Gemeinschaftsräumlichkeiten durch“.

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Im Fall des Wohnheims in der Theodor-Heuss-Straße 13 sähen sich die inzwischen entmieteten Bewohner hintergangen, schildert die Wohnrauminitiative. Sie seien nicht in die Planungen einbezogen worden. Für die Initiative verfehlt das Studentenwerk seinen sozialen Auftrag. Wohnplätze würden verteuert und zu „energiekosten- und mietkostenintensiven Einzelapartments“ umgebaut.

Es schaffe Strukturen, in denen einzelne Mieter von Apartments die Möglichkeiten fehlten, gemeinsam zu leben und gemeinsam ihr Wohnen zu gestalten, sagt eine Sprecherin der Initiative. Sie forderte das Studentenwerk auf, Wohnheime zu schaffen, „in den gemeinschaftlich gelebt werden kann und in denen die Studierenden zu entscheiden haben.“

Sanierung stehe im Vordergrund

Jörg Magull, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, bezeichnet die Vorwürfe als „ungerechtfertigt“. Er verweist darauf, dass die Beschlüsse zu den Sanierungen in den Gremien des Studentenwerkes, die mit Studierenden besetzt sind, einstimmig gefasst wurden. Für die Theodor-Heuss-Straße sähen die Pläne des Studentenwerkes in Kooperation mit der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft für das Haus einen Abriss und Neubau vor.

Statt der 60 sollen dort bis Oktober 2015 mindestens 90 Studenten in mindestens 42 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen wohnen. Mieten könnten erst nach Fertigstellung ausgewiesen werden.

Bei der Sanierung der 40 Jahre alten Studentensiedlung im Rosenbachweg würden Energiesparmaßnahmen, Vorgaben des Brandschutzes, Versorgungsleitungen, Bäder und Gemeinschaftseinrichtungen sowie Malerarbeiten im Vordergrund stehen.

Keine "Luxussanierungen"

Hier werde es künftig 108 statt 114 Einzelzimmer plus Gemeinschaftsflächen geben. Die Selbstverwaltung, so Magull, sei stets in die Planungen eingebunden gewesen, Erfahrungen der Mieter würden berücksichtigt.
Modernisierungen führten zu Mietpreissteigerungen.

„Das Studentenwerk erhöht die Mieten nur um das Nötigste“, sagt Magull. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die alten niedrigen Mieten nur mit damals gewährten staatlichen Zuschüssen möglich waren. Diese Zuschüsse gebe es nicht mehr, das Studentenwerk müsse die Baumaßnahmen nun durch Kredite und Eigenkapital finanzieren. Das führe zu höheren Mieten, obwohl nur nötige Maßnahmen umgesetzt würden. „Luxussanierungen“ seien das nicht.

Von Michael Brakemeier