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Göttingen Göttingen-Monopoly: Bauen auf dem Wall
Die Region Göttingen Göttingen-Monopoly: Bauen auf dem Wall
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18:36 22.07.2009
Göttingen-Monopoly: Die Weender Straße ist am teuersten.
Göttingen-Monopoly: Die Weender Straße ist am teuersten. Quelle: Mischke
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Die Schlossallee war einmal. Die Weender Straße ist das Göttinger In-Viertel mit den teuersten Immobilienpreisen. Wer dort landet, muss ganz tief in die Tasche greifen: Zwischen 200 und 2000 Monopoly-Dollar liegen die Mieten für einen Aufenthalt zwischen zwei Würfelrunden. „Wir wollten die Straßen nicht bewerten, sondern haben sie nach touristischen Aspekten ausgesucht“, beschreibt Angelika Daamen, Geschäftsführerin des Göttingen Tourismus, wie sie gemeinsam mit „Ur-Göttinger“ Rolf-Georg Köhler, Chef der Städtischen Wohnungbau, die Straßen des von Winning Moves Deutschland produzierten Spiels nicht nach Immobilienwert und Sozialgefüge, sondern politisch korrekt ausgewählt hat.

So wurden etwa für die allergünstigste Kategorie nicht echte Straßen, sondern zwei der schönsten Stellen im Stadtgebiet ausgewählt – Badstraße und Turmstraße des Originals entsprechen im Göttingen-Monopoly dem Botanischen Garten und dem Wall. „Wir stellen uns wirklich nicht vor, dass dort tatsächlich einmal gebaut werden sollte“, erklärt Daamen mit Nachdruck.

Die Geschichte des Monopoly begann 1904 in den USA, als eine Quäkerin ein Brettspiel entwickelte, das die Wirkung von Monopolen anprangerte. Weiterentwickelt wurde es 1933 von einem arbeitslosen Amerikaner, der es zunächst in Eigenproduktion anfertigte. Seit 1935 besitzen Parker Brothers die Rechte.

Erste deutsche Version

1936 erschien die erste deutsche Version des Brettspiels um Spekulantentum und Immobilienhandel mit Straßennamen von Berlin. Während des Nationalsozialismus wurde es als „jüdisches Schacher- und Wucherspiel“ verboten. 1953 eroberte es die Bundesrepublik, diesmal mit Phantasienamen.

Seit zehn Jahren produziert Winning Moves mit Lizenz von Parker regionale Monopolys. Bislang gibt es 76 Städteausgaben, zehn in Niedersachsen. „Lokalkolorit steigert die Spielfreude“, sagt Michael Tschiggerl, Sprecher des Unternehmens. Für die Göttinger Version arbeitete übermittelte Daamen 22 Straßennamen und Fotografien. So ziert etwa ein Gänseliesel das Feld Markt, die Universitätsbibliothek den Platz der Göttinger Sieben und die Saline den Greitweg. Statt vier Bahnhöfen hat Göttingen nur einen einzigen aufzuweisen, dafür wurden Reisemobilhafen, Bushaltestelle Jüdenstraße und Bushaltestelle Markt mit in den Spielplan aufgenommen.

Auch weitere Spielelemente haben zum Teil regionale Bezüge. „Du bist zum Rektor der Universität gewählt worden. Zahle jedem Spieler 50 Monopoly-Dollar“, bestraft eine Ereigniskarte einen Karrieresprung. „Du hast bei einem Gewinnspiel des Göttinger Tageblatts gewonnen. Du erhältst 100 Monopoly-Dollar“, lautet die erfreuliche Botschaft einer Gemeinschaftskarte. Ansonsten entsprechen Spielprinzip und Regeln denen der Original-Ausgabe.

Das Göttinger Monopoly ist zum Preis von 39,95 Euro bei der Tourist-Info, in Kaufhäusern, Buchläden und im Spielwarenhandel erhältlich.

Von Katharina Klocke

22.07.2009
22.07.2009