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Göttingen Göttingen: Morddrohungen gegen die Grüne Jugend
Die Region Göttingen Göttingen: Morddrohungen gegen die Grüne Jugend
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20:23 16.08.2013
Von Michael Brakemeier
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

In einer Pressemitteilung der Grünen hatte Sascha Völkening betont: „Schon die Mails und Anrufe, die Grüne und Grüne Jugend in den letzten Tagen erhalten haben, zeigen sehr deutlich, welchem politischen Spektrum viele Anhänger der AfD in Südniedersachsen zuzuordnen sind.“ Sein Vorwurf an die AfD: Sie sei „eine rechtspopulistische Partei, die sich gerade in Südniedersachsen nur unzureichend von der rechtsextremistischen Szene“ abgrenze. Marie Kollenrott, Sprecherin des Kreisverbandes, kritisierte, dass die AfD versuche, „legitimen Protest in die Nähe von Gewalt zu rücken, um sich als Opfer darzustellen“.

Morddrohungen

Die Grüne Jugend berichtet von Morddrohungen. Über das Kontaktformular ihrer Internetseite droht etwa jemand mit dem Pseudonym „Roland Freisler“ (Freisler war Präsident des höchsten Gerichts des NS-Staates für politische Strafsachen): „Schlicht und einfach, wer sich an Plakaten, gleich welcher Art, vergreift, wird umgehend ein Kandidat fürs Krankenhaus.“

Und „Arhold von Seppelfricke“ schreibt: „Die wahren SA-Idioten und echte Nazis seid ihr in Vollkommenheit! Fakt, alleine hat keine rote Drecksau von euch den Arsch in der Hose, nur Gewalt in der Gruppe, aber ihr verschwindet auch aus diesem System – mit aller Gewalt! Für jeden ist eine Kugel übrig und dann könnt ihr jammern, kein Erbarmen.“ „Buschi“ meint: „Euch sollte man alle im Moor versenken. Die Grünen sind kinderfickende Scheiß-Kommunisten.“ In E-Mails an die Grüne Jugend ist von „widerwärtig, minderwertigen Scheiß-Moslems“, „dauerbekifften Dorftrotteln“, „Kopftuchschlampen und Rauschebärte“ sowie „roten Faschisten“ die Rede.

"Noch sehr viel Arbeit vor sich"

Für AfD-Vorstand Hans zeige  das Festhalten der Grünen Jugend am Aufruf, die AfD-Wahlplakate zu zerstören und den Wahlkampf der AfD zu behindern, „dass die Grünen in ihren eigenen Reihen, besonders in Bezug auf gelebte Demokratie, noch sehr viel Arbeit vor sich haben“. Dass die Parteispitze der Grünen sich nicht klar gegen Gewalt abgrenze und den Aufruf ihrer Jugendorganisation zu Straftaten weiterhin zulasse, sei „ein Armutszeugnis für eine Partei, die ehemals basisdemokratische Wurzeln hatte“.

Kollenrott verurteilte erneut das Vorgehen einiger Aktivisten bei den Protesten gegen einen Wahlkampfstand der AfD: „Die Grünen lehnen Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung ab. Daher begrüßen wir es auch ausdrücklich, dass die Grüne Jugend ebenfalls deutlich gemacht hat, dass Gewalt für sie kein legitimes Mittel ist.“