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Göttingen Osterhase macht sich rar
Die Region Göttingen Osterhase macht sich rar
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00:23 02.04.2018
Feldhase: In Südniedersachsen eher selten zu sehen.
Feldhase: In Südniedersachsen eher selten zu sehen. Quelle: r
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Göttingen/Duderstadt

Wer in Südniedersachsen den Osterhasen sucht, muss schon genau hinschauen. Denn: „Die Region ist nicht gerade eine Hasenhochburg”, sagt Göttingens Kreisjägermeister Axel Eichendorff. Zwar sei die Population stabil, das aber auf niedrigem Niveau”, sagt er. Der Feldhase, der im Gegensatz zum Wildkaninchen größer ist und lange Ohren und Hinterbeine hat, fühle sich dort wohl, wo er Rückzugsräume und ausreichend Nahrung findet. Unterschiede gibt es auch in den verschiedenen Regionen Niedersachsens: „Im Norden und Nordwesten, traditionellen Hasenhochburgen, sind Besätze von bis zu 75 Feldhasen pro Quadratkilometer keine Seltenheit – in eher waldreichen Gebieten im Süden Niedersachsens sind die Besatzzahlen dagegen deutlich geringer”, so Florian Rölfing von der Landesjägerschaft in Hannover. Niedersachsenweit leben nach Angaben der Landesjägerschaft durchschnittlich 11 Hasen pro Quadratkilometer. Auch das Kaninchen macht sich in Südniedersachsen eher rar. „Wir haben hier im Süden eher schwere Böden, das mögen sie nicht”, sagt Eichendorff.

Beliebt bei Hasen: Rotmilan-Flächen

Dieter Hildebrandt, Vorsitzender der Jägerschaft Göttingen, hat eine Beobachtung gemacht: Auf den Flächen, die zum Schutz des Rotmilans extensiv von den Bauern bewirtschaftet werden, fühlt sich der Feldhase offensichtlich wohl. „Dort kann man die munteren Rammler beobachten”, sagt der Jäger. Beispielsweise zwischen Elliehausen und Knutbühren gebe es eine solche Fläche. Generell aber sei der Bestand an Hasen und Kaninchen im Bereich Göttingen eher gering. Für die jagdliche Fährten-Ausbildung weiche beispielsweise der Göttinger Teckelklub nach Einbeck aus.

50 tote Hasen auf der Straße

Die Jägerschaft Duderstadt hat ihre Zahlen für das abgelaufene Jagdjahr bereits ausgewertet. Demnach, so erklärt der Vorsitzende Hans-Georg Kracht, sei auch dort der Bestand auf „stabil geringem Niveau”. Im abgelaufenen Jagdjahr (das dauert vom 1. April bis 31. März), wurden im Altkreis Duderstadt 63 Hasen im so genannten Streckenbericht verzeichnet. Das heißt, 63 Hasen (im Jahr zuvor waren es 66) wurden getötet. Allerdings wurden nur die wenigsten davon als „Küchenhase” geschossen. Etwa 50 fallen in die Kategorie „Fallwild”, sie wurden auf der Straße überfahren. Deshalb, so Kracht, solle sich jeder Jäger den Abschuss eines Hasen gut überlegen. „Eine Bejagung bietet sich nicht mehr an”, sagt er. Zumal die Hasen warmes und trockenes Frühlingswetter mögen. Im Gegensatz zu den Kaninchen, die sich einen Bau graben, ziehen Hasen ihre Jungen in einer Sasse auf – das ist eine Art Nest in einer Mulde am Boden. Die diesjährigen Junghasen sind bereits geboren, sie sind der derzeit eher kalten und durchwachsenen Witterung ausgesetzt. Außerdem brauchen die Feldhasen Grünland als Futtergrundlage. „Sie fressen am liebsten nahrhafte Kräuter”, sagt Kracht.

“Nasskaltes Wetter zu dieser Jahreszeit setzt den Junghasen erheblich zu“ sagt auch Wildbiologe Egbert Strauß von der Landesjägerschaft. Entscheidend für den Feldhasen sei aber auch die Qualität des Lebensraums und der Einfluss der Fressfeinde wie Fuchs und Marder.

Von Britta Bielefeld

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