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Göttingen Göttingen: Prozess gegen Anwalt wegen Betrugs ist geplatzt
Die Region Göttingen Göttingen: Prozess gegen Anwalt wegen Betrugs ist geplatzt
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19:19 13.08.2013
Von Jürgen Gückel
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Der Geschädigte wurde durch das Ausbleiben der Mieteinnahmen, die der Anwalt hatte einklagen sollen, ruiniert.

Am dritten Prozesstag verwies der Staatsanwalt darauf, dass nach bisheriger Beweisaufnahme ein viel schwererer Tatvorwurf als der bisher angeklagte als wahrscheinlich erscheint. Die Richterin gab darauf den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen besonders schweren Betruges und besonders schwerer Urkundenfälschung möglich erscheint. Danach kann der Täter mit jeweils bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden, wenn der Vermögensschaden hoch ist beziehungsweise wenn das Opfer durch die Tat in wirtschaftliche Not gebracht wurde. Genau dies sei erfüllt, argumentierte Alexander Schneehain, der Rechtsbeistand des geschädigten Zeugen.

Die Staatsanwaltschaft war in der Anklage von gerade einmal 11 000 Euro Schaden, dem Wert der gefälschten Klage, ausgegangen. Jetzt muss von 60 000 Euro ausgegangen werden. Auch beginne der Tatzeitraum bereits im Mai 2008, nicht erst 2011. Die Verteidigung beantragte darauf die Aussetzung des Verfahrens. Möglich, dass im zweiten Anlauf die Wirtschaftstrafkammer des Landgerichts verhandelt.

Die Rechtsanwaltskammer Braunschweig prüft unterdessen, so Geschäftsführerin Petra Boeke auf Anfrage, ob nicht bereits das Geständnis des Göttingers ausreicht, einen Antrag auf Entzug der Zulassung als Rechtsanwalt anzustreben.