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Göttingen Göttingen: Ruderer und Modellboot-Freunde sind verärgert
Die Region Göttingen Göttingen: Ruderer und Modellboot-Freunde sind verärgert
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18:55 18.09.2013
Von Ulrich Schubert
Erkennbar Zugewachsen: Im südlichen Bereich des Göttinger Kiessees wuchern die Wasserpflanzen. Quelle: Meder
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Göttingen

Seit ein paar Wochen ist wieder der südliche Teil des beliebten Freizeitsees betroffen. Kleiner Trost: Im Winter verschwinden die Pflanzen. „Sie sterben ab“, sagt Marko Rücker, Experte für Gewässer im städtischen Fachbereich Umwelt.

Ob es zurzeit besonders viele wuchernde Wasserpflanzen sind oder weniger als in den Vorjahren, darüber sind sich Kiessee-Nutzer und Spaziergänger uneins. Für Rücker ist es in diesem Jahr „eigentlich gar nicht so schlimm“.

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Vor allem ist es kein vergleich zu 2004, als Fadenalgen das ökologische Gleichgewicht des Sees so sehr störten, dass viele  Fische starben. Oder zu 2009, als Kamm-Laichkraut und Ähriges Tausendblatt Modellboot-Freunden und Sport-Ruderern die Saison vermiesten.

Hauptursache für das Problem: Der Kiessee ist sehr flach, im Südbereich gerade einmal einen halben Meter tief, erklärt Rücker. Gelangen dann über den Leine-Zufluss auch noch viele Nährstoffe von gedüngten Feldern in den See, wuchern Wasserpflanzen vom Grund an sonnigen Tagen explosionsartig und Algen blühen kräftig auf.

Die Stadt habe den Zulauf aus der Leine inzwischen zwar erheblich gedrosselt, zugleich müsse aber auch regelmäßig frisches und kühlendes Wasser eingelassen werden. Also „wurschteln wir am Zulauf weiter rum, um es so gut wie möglich in den Griff zu kriegen“, so Rücker.

Es gebe zwar Boote mit spezieller Mäh-Vorrichtung, mit denen man das Kraut entfernen könnte. Die bräuchten aber eine Wassertiefe von 50 Zentimetern. Zudem sei ihr Einsatz zu teuer, ebenso wie schlichte Handarbeit.