Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Mehr Parkplätze am Hainholzweg: Damit Göttingens Innenstadt autofrei werden kann
Die Region Göttingen

Göttingen: SPD und Grüne für autofreie Innenstadt und mehr Parkplätze am Hainholzweg

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 16.02.2021
Göttingens Innenstadt soll möglichst autofrei werden. So jedenfalls das erklärte Ziel der Göttinger Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt. SPD und Grüne haben dafür nun einen weiteren Baustein vorgelegt. Der Antrag soll im Bauausschuss diskutiert werden.
Göttingens Innenstadt soll möglichst autofrei werden. So jedenfalls das erklärte Ziel der Göttinger Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt. SPD und Grüne haben dafür nun einen weiteren Baustein vorgelegt. Der Antrag soll im Bauausschuss diskutiert werden. Quelle: Swen Pförtner
Anzeige
Göttingen

Die Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt Göttingen wollen das gemeinsame Vorhaben einer autofreien Göttinger Innenstadt weiter vorantreiben. So setzen sich SPD und Grüne in einem gemeinsamen Antrag für die Schaffung weiterer Stellplätze auf dem Gelände des bisherigen Parkplatzes am Hainholzweg ein. Die Verwaltung soll entsprechend prüfen und das Ergebnis mit Kostenschätzung dem Bauausschuss des Rates berichten.

„Für eine zukünftig weitestgehend autofreie Innenstadt werden weiterhin Stellplätze am Rande der Innenstadt benötigt, denn diese muss für den Einzelhandel und zum Beispiel die Kultureinrichtungen erreichbar sein“, heißt es in der Begründung des Antrages, den Rot-Grün für die Bauausschussitzung am Donnerstag vorgelegt haben.

Dies betreffe sowohl Göttinger Bürger als auch Bewohner des Landkreises, heißt es weiter. Außer dem bereits durch den am 15. November 2019 im Rat beschlossenen Antrag zur Prüfung „Verkehrswende für Göttingen: PKW-Stellplätze für eine lebenswerte Innenstadt“ soll nun die Fläche am Hainholzweg zusätzlich geprüft werden. SPD und Grüne meinen, dass dort „eine schnelle Realisierung mit vertretbarem finanziellen Aufwand“ denkbar sei. Sie betonen aber, dass der Ratsantrag vom November dadurch nicht erledigt sei.

GT/ET-Update – Der Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten aus Göttingen, dem Eichsfeld und darüber hinaus täglich um 17 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Hintergrund des jüngsten rot-grünen Vorstoßes ist die Diskussion um den Albaniplatz an der Göttinger Stadthalle, auf dem es mittelfristig keine Parkplätze mehr geben soll. Den Weg hatte der Bauausschuss im Dezember 2020 mit den Stimmen von SPD und Grünen frei gemacht. Wichtigster Punkt dabei: Der Albaniplatzes, auf dem bislang knapp 100 innenstadtnahe Parkplätze zu finden sind, soll in den kommenden Jahren in „einen urban geprägten Begegnungsort für kulturelle und gesellschaftliche Nutzung“ umgewandelt werden. Rot-Grün schwebt dabei ein verkehrsarmer sogenannter Shared-Space-Bereich vor, auf dem – „vor allem für den Anlieferverkehr“ – nur Schrittgeschwindigkeit gelten soll. Die Umgestaltung soll erst im Anschluss an die Sanierung der Stadthalle erfolgen.

Für die dann auf dem Albaniplatz wegfallenden Parkplätze soll es Ersatz in der Innenstadt geben. Hier kommt nun der rot-grüne Ratsantrag „Verkehrswende für Göttingen – Pkw-Stellplätze für eine lebenswerte Innenstadt“ vom November 2019 ins Spiel. Den hatte der Rat damals einstimmig angenommen – also auch CDU und FDP, die den rot-grünen Antrag zum Albaniplatz vom Dezember hingegen ablehnten und die Verwaltung unter anderem beauftragten, zu prüfen, welche Standorte für weitere Parkhäuser zur Einrichtung von mehr Pkw-Stellplätzen in der Nähe, aber nicht in der Innenstadt infrage kommen.

Für eine Verkehrswende in Göttingen

„Für eine Verkehrswende in Göttingen und die Rückeroberung des öffentlichen Raums wird langfristig eine Innenstadt mit einem stark reduzierten motorisierten Individualverkehr (MIV) angestrebt“, heißt es in der Antragsbegründung. Und weiter: „Dennoch wird die Innenstadt auch weiterhin mit dem Auto angefahren werden können.“

Verfechter einer autofreien Innenstadt: die Fraktionsvorsitzenden Tom Wedrins (SPD) und Rolf Becker (Grüne) (v. l.). Quelle: Montage: mib

SPD und Grüne formulierten 2019 zwei Ziele: die Vermeidung von emissionsreichem, klimaschädlichem Verkehr und die „schrittweise Rückeroberung des öffentlichen Raums mit einer langfristig autofreien Innenstadt“.

Fraktionschef Rolf Becker (Grüne) glaubt, dass es in Göttingen schon jetzt mit 5500 öffentlichen Stellplätzen ausreichend Parkplätze gibt. Diese seien nur schlecht zu finden. Um das zu ändern brauche es ein neues Parkleitsystem.

Per App auf dem Smartphone zum Parkplatz

Ende Januar hatte sich der Umweltausschuss mehrheitlich für ein internetbasiertes Parkleitsystem und eine Mobilitäts-App ausgesprochen, die Autofahrern in Göttingen künftig den Weg zum Parkplatz weisen soll. Hierbei werden die Parkraumbelegungsdaten in den Navigationssystemen der City-Besucher angezeigt.

Der Ausschuss folgte damit einem Antrag der Grünen. Darin heißt es zur Begründung: „Um Pkw-Parksuchverkehre zu verringern und damit die Aufenthaltsqualität für alle zu erhöhen, ist ein leistungsfähiges Parkleitsystem unabdingbar. Wenn dieses gleichzeitig verschiedene Mobilitätsarten berücksichtigt und damit Transparenz über verschiedene Mobilitätsvarianten herstellt, ist das ein echter Gewinn für eine nachhaltige Mobilität.“

Von Michael Brakemeier