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Göttingen Göttingen: Sperrschilderwald am Flüthewehr
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Göttingen: Sperrschilderwald am Flüthewehr

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07:30 02.10.2021
Wer mit dem Rad Richtung Friedland oder Duderstadt unterwegs ist, muss derzeit eine recht weiträumige Umleitung in Kauf nehmen.
Wer mit dem Rad Richtung Friedland oder Duderstadt unterwegs ist, muss derzeit eine recht weiträumige Umleitung in Kauf nehmen. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Verleiher von Sperrschildern kommen in Göttingen vermutlich auf ihre Kosten. Gemeint sind dieses Mal aber nicht wegen Bauarbeiten gesperrte Straßen allerorten: Südlich des Kiessees ist der Bewegungsradius von Radfahrern und Spaziergängern derzeit doch recht begrenzt. Gesperrt sind die Wege zum Reinshof, gesperrt ist der Weg zwischen Flüthewehr und Rosdorf, gesperrt ist der Fernradweg zwischen Rosdorf und Niedernjesa. Wer etwa Richtung Friedland will, muss eine für Radler weiträumige Umleitung westlich von Rosdorf in Kauf nehmen.

Der Weg zwischen Flüthewehr und Rosdorf ist gesperrt, der Damm kann aber genutzt werden. Für Fahrradfahrer keine Alternative. Quelle: Meinhard

Bauarbeiten laufen bis Mitte Dezember

Am Flüthewehr laufen seit 16. August umfangreiche Erdbauarbeiten. Dort entsteht auf Initiative des Göttinger Unternehmens Sartorius und mit Hilfe der Heinz-Sielmann-Stiftung Duderstadt ein geschütztes Biotop. Angekündigt sind ein Flachwassertümpel und Stillgewässer. Die bestehende Uferbefestigung soll stellenweise aufgelöst und der Gewässerverlauf naturnäher gestaltet werden. Entstehen soll also eine Auenlandschaft, die prinzipiell sich selbst überlassen wird.

Der Weg zum Reinshof ist gesperrt. Quelle: Meinhard

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Die Leine soll das Areal in zwei gleichmäßige Abschnitte teilen, die einen ökologisch vielfältigen Lebensraum für seltene und gefährdete Tiere wie Amphibien und Vögel bieten. Willkommen geheißen werden unter anderem Biber, Flussregenpfeifer, Vierfleck (eine Libelle), Eisvogel und Teichmolch. Für interessierte Zweibeiner geplant sind ein Vogelbeobachtungspunkt und ein Erlebnisweg. Die Stadt Göttingen, der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie der Leineverband haben für das Projekt 16 Hektar Land zur Verfügung gestellt. Die Kosten für die gesamte Maßnahme liegen bei rund einer Million Euro. Sartorius informiert, dass der Naturraum im Rahmen der Nachhaltigkeitsprogramme des Unternehmens entstehe. Voraussichtlich, heißt es, sind die Bauarbeiten Mitte Dezember beendet. Ein Weg wird dann – zum Wohle der Natur – ganz verschwunden sein.

Kurz vor Niedernjesa wird der landwirtschaftliche Weg, der auch als Radfernweg ausgeschildert ist, grundhaft ausgebaut. Quelle: Meinhard

Auf 800 Metern wird Weg ausgebaut

Parallel dazu baut in diesen Wochen die Feldmark Niedernjesa einen Teil eines landwirtschaftlichen Weges aus, der vom Landkreis Göttingen auch als Fernradweg ausgewiesen ist. Auf einer Länge von knapp 800 Metern soll der Weg in Höhe Niedernjesa stabilisiert werden. „Wir haben festgestellt, dass die Tragschicht auf Dauer nicht halten wird“, informiert Heiner Braband vom genannten Realverband, deren Mitglieder Grundstückseigentümer wie etwa Landwirte sind. In der kommenden Woche könne das Betonieren beginnen, schätzt Braband ein.

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„Eigentlich hatten wir einen Schotterweg geplant. Aber der Landkreis will Beton. Auch mit Betonstreifen war die Behörde nicht einverstanden“, legt er dar, dass den Verantwortlichen im Landkreis ein attraktiver Fernradweg am Herzen liegt. Deshalb steuere die Behörde auch einen Zuschuss bei. „Leider fahren auch jetzt, da die Arbeiten laufen und der Weg eigentlich gesperrt ist, Fahrradfahrer dort entlang“, bedauert Braband. Das ein oder andere Mal sei es schon zu „brenzligen Situationen“ gekommen. „Die Bauleute konzentrieren sich natürlich auf ihre Arbeit und rechnen nicht damit, das Radfahrer kommen“, verdeutlicht er. Mitte November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Und sind dann weitere Baumaßnahmen am Weg geplant? Braband verneint. Der große Rest des Weges sei bereits vor 15 Jahren ausgebaut worden.

Von Ulrich Meinhard