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Göttingen Göttingen: Stadt stellt 80 zusätzliche Sammelcontainer für Textilien auf
Die Region Göttingen Göttingen: Stadt stellt 80 zusätzliche Sammelcontainer für Textilien auf
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19:04 16.08.2013
Von Ulrich Schubert
80 neue Sammel-Container: Gary Andreas leert den Altkleider-Behälter am Neuen Rathaus. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die Erlöse wiederum würden in die Müllgebühren eingerechnet, erklärt Abteilungsleiter Franz Rottkord. Heißt: „Alle Göttinger profitieren davon.“

Der Kampf um Altkleider tobt bundesweit. Schon lange haben die Wohltätigkeitsorganisationen Konkurrenz durch private Sammler. Im Frühjahr hatten auch Göttinger Modeketten versucht, ein Sammelsystem zu etablieren (Tageblatt berichtete). Und es lohnt sich: „Aktuell werden für eine Tonne Alttextilien knapp 500 Euro erzielt“, so Rottkord. Vor sieben Jahren lag der Preis nach Medienberichten noch bei etwa 120 Euro.

An 70 Plätzen wird gesammelt

Göttingen ist als Kommune seit 1998 mit im Boot. An 70 Plätzen sammelt die GEB in speziellen Containern Hosen, Gardinen, Stoffreste oder auch Schuhe. „Aber da ist mehr drin“, sagt Abteilungsleiter Rottkord. Die Stadtreiniger hätten festgestellt, dass je Einwohner jährlich fast vier Kilogramm Altkleider in den schwarzen Restmülltonnen landen. Das ergebe eine Jahresmenge von rund 500 Tonnen, mehr als zurzeit in den städtischen Altkleidercontainern.

"Nicht genutztes Potential"

Dieses „nicht genutzte Potenzial“ wollen die GEB nutzen. In den nächsten Monaten würden schrittweise im gesamten Stadtgebiet 80 zusätzliche Sammelcontainer aufgestellt, immer neben vorhandenen Altglas-Containern. Die meisten Göttinger müssten dann nicht mehr als 500 Meter zum nächsten Sammelbehälter gehen, ergänzte Horst Patzelt aus dem GEB-Bereich Wertstofferfassung.

Allerdings koste das erweiterte „Erfassungssystem“ mit neuen Containern und Leerungs-Touren auch Geld – etwa 250 Euro je Container. Bekommt die Stadt 500 Euro für eine Tonne Alttextilien, geht bei diesem Preis also nur die Hälfte tatsächlich zurück in den Gebührenhaushalt. Bei sinkenden Preisen entsprechend weniger.

Auch Federbetten und Handtücher werden gesammelt

Gesammelt werden übrigens nicht nur funktionsfähige Jacken, Hosen, und Schuhe, sondern alle Textilien – auch Federbetten, Handtücher, zerrissene Kleidung und sonstige Lumpen. „Nur sauber und trocken müssen sie sein“, sagt Patzelt. Die Altkleider verkauft die GEB nach dem besten Gebot an verschiedene Firmen, die sie weiter verwerten. Das Material werde in etwa 200 sogenannten Fraktionen sortiert. Gute Kleidung lande in Second-Hand-Läden, so Rottkord, Lumpen endeten vielleicht als Putzlappen oder Innenverkleidung von Autos.