Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttingen: Vater kommt nach Tötung von kleinen Kindern in Psychiatrie
Die Region Göttingen Göttingen: Vater kommt nach Tötung von kleinen Kindern in Psychiatrie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:41 30.07.2014
Der Angeklagte Pascal K. (M) steht vor der Urteilsverkündung im Landgericht in Göttingen in der Anklagebank. Der 32-Jährige ist laut Anklage für den Tod seiner beiden drei und sechs Jahre alten Kinder verantwortlich. Quelle: Pförtner
Anzeige
Göttingen

Das Gericht sei „ohne jeglichen Zweifel“ überzeugt, dass der Vater die Tat begangen habe, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther in seiner Urteilsbegründung.

Weil der Angeklagte aber wegen einer schweren Depression zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sei, sei er vom Vorwurf des versuchten Totschlages und der Brandstiftung mit Todesfolge freizusprechen. Der 32-Jährige sei jedoch aufgrund seiner psychischen Erkrankung für Dritte gefährlich. Deshalb müsse er weiterhin im Maßregelvollzugszentrum Moringen untergebracht werden.

Anzeige

Der 32-Jährige hatte kurz vor der Tat seine Frau angerufen und gefragt, wie es mit ihrer Ehe weitergehen sollte. Auf sein Drängen hin hatte sie erklärt, sich vorläufig von ihm trennen zu wollen. Dies sei das „initiale Moment“ für die Tat gewesen, sagte Günther.

Keinen Usweg gesehen

Zwei psychiatrische Sachverständige hatten die Tat als erweiterten Suizid eingestuft. Der 32-Jährige habe keinen Ausweg mehr gesehen und das vernichten wollen, was ihn und sein Leben ausgemacht habe. Der Angeklagte selbst hatte im Prozess angegeben, keinerlei Erinnerung an den Tattag zu haben.

Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung will keine Revision einlegen. Die Anwältin der als Nebenklägerin auftretenden Mutter der beiden getöteten Kinder sagte, der Freispruch sei für ihre Mandantin zwar zunächst ein Schock gewesen. Entscheidend sei aber, dass der Angeklagte im Maßregelvollzug untergebracht bleibe. Ihre Mandantin sei erleichtert und wolle nun eine Therapie beginnen.

Von Heidi Niemann

Der Artikel wurde aktualisiert.