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Göttingen Göttingen: Vater soll nach Tod von Kindern dauerhaft in Psychiatrie
Die Region Göttingen Göttingen: Vater soll nach Tod von Kindern dauerhaft in Psychiatrie
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15:26 24.07.2014
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Göttingen

Im Prozess um den Tod von zwei kleinen Kindern hat die Staatsanwaltschaft den Freispruch des angeklagten Vaters gefordert.

Der psychisch kranke Mann soll aber dauerhaft im Maßregelvollzug untergebracht werden, beantragte die Staatsanwältin. Auch die Verteidigung erklärte am Donnerstag im Landgericht Göttingen, der 32-Jährige sei schuldunfähig gewesen, als er das Haus der Familie im Südharz anzündete.

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Der Mann aus der kleinen Gemeinde Wieda hatte gestanden, im vergangenen Herbst seine drei Jahre alte Tochter betäubt und seinen sechsjährigen Sohn mit einem tiefen Schnitt in den Hals lebensgefährlich verletzt zu haben. Anschließend verschüttete er Benzin und zündete das Haus der Familie an.

Staatsanwaltschaft fordert 13 Jahre Haft

Die Kinder starben an Rauchvergiftungen. Kurz zuvor hatte ihn seine Ehefrau darüber informiert, dass sie sich von ihm trennen wollte. Im Mai hatte die Staatsanwaltschaft noch 13 Jahre Haft für den Mann gefordert. Nach dem Plädoyer der Anklage kamen dem Gericht aber Zweifel, ob der Vater wirklich schuldfähig ist.

Ein weiterer Gutachter wurde hinzugezogen - er befand im Gegensatz zum ersten Sachverständigen, der psychisch kranke 32-Jährige habe die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen. Nach der Aussage des neuen Gutachters beantragte die Staatsanwältin nun die dauerhafte Unterbringung des Mannes im Maßregelvollzug in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Wegen einer Depression und seiner geringen Frustrationstoleranz sei der 32-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit, sagte sie. Wenn etwas nicht nach seinen Wünschen laufe oder er Kränkungen ausgesetzt sei, könne er sich nicht mehr steuern. Der Verteidiger sagte, eine Therapie des Mannes sei auch in der normalen Psychiatrie möglich.

Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort: "Es tut mir unendlich leid." Er könne selbst nicht fassen, was passiert ist. Das Urteil soll am kommenden Mittwoch verkündet werden.

dpa