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Göttingen Neues Pflaster, neue Laternen: Stadt will die Rote Straße komplett erneuern
Die Region Göttingen Neues Pflaster, neue Laternen: Stadt will die Rote Straße komplett erneuern
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17:16 28.11.2019
Im nächsten Jahr soll die Rote Straße in der Göttinger Innenstadt erneuert und neu gestaltet werden. Quelle: Brakemeier
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Göttingen

15 Straßenabschnitte in der Göttinger Innenstadt hat die Stadt inzwischen saniert. Jetzt wird auch der untere Teil der Roten Straße neu gestaltet. Das heißt unter anderem: neues Pflaster, mehr Sitzbänke und mehr Fahrradstellplätze. Die Anlieger sind mit den Plänen überwiegend zufrieden. Am Mittwochabend diskutierten sie mit den Planern über Fahrbahnabstände, Müllbehälter, Fahrradplätze und Pflanzen.

Alte Laternen, graue und raue Betonsteine mit roten Klinkerbändern, Wellen im Belag und immer wieder Löcher, die repariert werden müssen: Die Rote Straße zwischen Jüdenstraße und Markt ist in die Jahre gekommen – ganz zu schweigen von den alten Kanalrohren und Versorgungsleitungen im Untergrund. Die Stadt will diesen Abschnitt der Straße jetzt grundlegend erneuern. Im nächsten Frühjahr soll es losgehen.

Ziel: Ein einheitliches Bild für die Innenstadt

Dabei wollen Rat und Verwaltung ihr Konzept fortsetzen, das sie bereits in anderen kleineren Innenstadtstraßen umgesetzt haben. Straßenlaternen, Bänke und Fahrradbügeln sollen einmal ein einheitliches Bild geben. Und es soll das gleiche Pflaster verlegt werden: Marke Striegauer Granit in verschiedenen Größen. Neben einer erkennbaren Fahrspur mit seitlichen Rinnen sollen in den Seitenbereichen (für Fußgänger, Gastronomie und Fahrradbügel) größere Steinformaten verlegt werden.

Auch künftig soll es am unteren Ende der Roten Straße Abstellplätze für Fahrräder gebeben. Quelle: Brakemeier

Drei Grundvarianten haben Verwaltung und beauftragte Planer während der Infoveranstaltung für den Verlauf der Fahrspur vorgestellt, auch wenn sie weiterhin als Fußgängerzone gilt. Variante I belässt die Fahrspur in der Mitte. In Variante II ist sie ein wenig zur Südflanke versetzt – mit einem breiteren Fußweg und Sitzbereich zur Nordseite. Variante III kombiniert beide Möglichkeiten: mit einem schmaleren Randbereich auf der Südseite im oberen Teil der Roten Straße (Jüdenstraße) und sanftem Schwenk zur Nordseite Richtung Markt.

Fünf Laternen, zwei Sitzbänke und mehrere Müllbehälter sind außerdem vorgesehen. Bäume werden nicht gepflanzt. Dafür sei die Straße zu schmal, und es gebe zu viele Leitungen auf engem Raum im Untergrund, erklärte die Verwaltung. Möglich seien auf Wunsch der Anlieger aber offene Pflanzbereiche direkt an den Häuserwänden, die die Besitzer bepflanzen können. Neben mehreren kleineren Abstellbereichen soll es wie bisher am Westende einen größeren etwa 15 Fahrradbügeln geben.

Anlieger wollen mittige Fahrbahn

Die Position der Anlieger war schnell klar: Sie favorisieren Variante I mit einer mittigen Fahrspur: „Nur das ist wirklich fair für alle“, sagte Philipp Schubring vom Vinyl-Reservat. Und er plädierte für weitere Fahrradabstellplätze – unter anderem am östlichen Ende am Kartoffelhaus. Das sei denkbar, so die Planer. Die vorgesehenen Bügel seien variabel und die konkreten Standorte könnten gegen Ende der Arbeiten festgelegt werden. Ortrud Krause, Fillialleiterin vom Trauringstudio appellierte zudem an die Planer, „wenigstens ein paar Hochbeete für Pflanzen“ aufzustellen. Ansonsten sei sie sehr zufrieden mit den Plänen und der „offenen Diskussion hier“. „Wir werden ernst genommen, das finde ich gut“, sagte sie.

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Die Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr beginnen und werden in zwei Bauabschnitten voraussichtlich bis November andauern. Dabei werden jeweils zunächst neue Kanäle, Leitungen und auch ein Fernwärmerohr eingebaut. Für das Projekt sind im Etatplan der Stadt gut 700 000 Euro vorgesehen – ohne Leitungsarbeiten. 388 000 Euro und damit 53 Prozent der ansatzfähigen Kosten sollen die Anlieger tragen – verteilt nach der Größe ihrer Grundstücke. Das schmeckt nicht allen: „Die Straße ist doch in einem Tip-Top-Zustand“, so ein Hausbesitzer. Wenn die Stadt jetzt Kanäle erneuert und alles ändern will, solle sie auch alles wieder auf ihre Kosten herstellen. Er blieb der Einzige mit dieser Kritik.

Etliche Straßen in der Innenstadt sind schon umgestaltet (orange), jetzt ist die Rote Straße dran (rot). Quelle: R

Die Qual der Wahl für die neuen Straßen:

Stresstest für neues Pflaster

Seit 2004 krempelt die Stadt Göttingen ihre Innenstadt um. Nach und nach werden alle Straßen erneuert – einschließlich Kanalisation und Leitungen. Vor allem aber bekommen sie ein neues „Gesicht“. Dafür haben Planer, Verwaltung und Politik ein Konzept erarbeitet, dass durchgehend umgesetzt werden soll. Kernziele: Verwendung einheitlicher, hochwertiger Materialien für die Oberflächen mit Wiedererkennungswert. Auch Bänke, Straßenlaternen sollen identisch sein.

Die Wahl des Pflasters hatte sich der Rat nicht leicht gemacht. Für die Weender Straße und den Markt wurden sogar Flächen zur Probe mit unterschiedlich Steinen belegt und damit auch einem Stresstest ausgesetzt. Bürger konnten dann ihre Meinung dazu abgeben. Die Wahl fiel schließlich auf Striegauer Granit – ein weitgehend unempfindlicher grauer Stein, der glatt wirkt, aber nicht rutschig ist.

Der Haken: Auch auf diesem Stein kleben Kaugummis und hinterlassen vor allem unschöne Flecken. Das hat vor sechs Jahren viel Unmut erzeugt. Fazit: Die Kaugummiflecken wurden mit einer Spezialmaschine und Nassreinigung gelöst. Das war allerdings unpraktikabel und wurde nicht fortgesetzt.

Von Ulrich Schubert und Michael Brakemeier

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