Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttingen fördert in Niedersachsen die meisten Klimaschutzprojekte
Die Region Göttingen Göttingen fördert in Niedersachsen die meisten Klimaschutzprojekte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 29.08.2019
Kreisrätin Christel Wemheuer informiert zusammen mit Kristina Schneider und Kai Wucherpfennig vom Klimaschutzmanagement über die Klimaschutzprojekte des Landkreises Göttingen. Quelle: Wienecke
Anzeige
Göttingen

Göttingen ist in Sachen Förderung von Klimaschutzprojekten in Niedersachsen einsame Spitze. Der Landkreis unterstützt 45 Projekte zum Klimaschutz. Die Projektkosten belaufen sich dabei auf mehr als fünf Millionen Euro. Davon kommen cirka 2,2 Millionen Euro durch Fördersummen zustande. „Klimaschutz ist freiwillig. Keine Kommune ist dazu verpflichtet“, sagt Wemheuer.

Ein Beispiel für die Klimaschutzförderungen ist die Renovierung der IGS Bovenden. Für die LED-Sanierung der Beleuchtung waren nach Angaben des Kreises mehr als 83 000 Euro notwendig. Dafür wurden etwa 1000 Tonnen Co2 bei einer Lebensdauer von 20 Jahren eingespart, teilte Wemheuer mit. Dazu komme eine Stromersparnis von 86 571 Kilowattstunden.

Auch das Schulzentrum Auf der Klappe Duderstadt wurde erneuert. Dort wurde ebenfalls eine LED-Sanierung vorgenommen. Die Kosten beliefen sich auf nahezu 90 000 Euro. Im Gegenzug wurden 894 Tonnen Co2 und 75 730 Kilowattstunden Strom eingespart.

Mobilität ein großer Schwerpunkt

Im Bereich Mobilität betreibt der Landkreis aktuell vor allem zwei Projekte. Die Infrastruktur für E-Mobilität soll verbessert werden. Dafür sollen die Standorte der Kreisverwaltung angepasst werden. Die kreiseigenen Fuhrparks sollen umgerüstet werden auf E-Fahrzeuge, Pedelecs und Lastenfahrräder. Ein weiterer Bestandteil der aktuellen Mobilitätsprojekte ist das Projekt „Unser Dorf fährt elektrisch“. Ziel ist es, ein praxistaugliches und nachhaltiges Modell des E-Carsharings im ländlichen Raum zu entwickeln. Das ganze ist ein Kooperationsprojekt der Region Göttinger Land, Osterode am Harz, Harzweserland, der Landkreise Göttingen und Northeim, der EAM, Harz Energie und der Energieagentur Region Göttingen.

Der KFZ-Bestand im Landkreis Göttingen nimmt immer mehr zu. Im Jahr 2019 sind 190 000 Fahrzeuge gemeldet. 2018 waren es noch etwa 2000 weniger. Dafür gibt es in Göttingen immer mehr E-Fahrzeuge. 214 Stück sind nach aktuellem Stand gemeldet, 36 mehr als im vergangenen Jahr. In absoluten Zahlen sind das für Wemheuer noch deutlich zu wenige E-Fahrzeuge. „Die E-Autos sind super, doch es muss eine andere Infrastruktur geben.“

Seit 2015 wird ein Altbauförderprogramm von der Energieagentur Region Göttingen betrieben. Durch verbesserten Wärmeschutz bei älteren Gebäuden soll Heizenergie eingespart werden. Zusätzlich gibt es das Projekt „Grüne Hausnummern“. Privathäuser mit vorbildlichen energetischen Leistungen sollen mit einer grünen Hausnummer belohnt werden. Dazu Wemheuer: „Die Leute zeigen sich darüber sehr begeistert.“

Auch Energiesparmodelle an Schulen werden vom Landkreis Göttingen aufgestellt. Energiesparmodelle werden entwickelt und in der Schule umgesetzt. In jedem der möglichen Modelle wird den Schulen ein Teil der eingesparten Kosten zur Verfügung gestellt.

Erneuerbare Energien in Göttingen

Im Zeitraum von 2011 bis 2017 ist der Anteil von Windenergie und Biomasse im Landkreis Göttingen laut einer Statistik des Kreises gestiegen. Die Energiequellen Photovoltaik und Wasserkraft sind in den vergangenen Jahren eher stagniert. Die größten Energielieferanten der erneuerbaren Energien sind Photovoltaik, Biomasse und Windenergie. „Bundesweit steht Göttingen in der Entwicklung von erneuerbaren Energien nicht schlecht da“, sagt Wemheuer.

„Im Rahmen unserer Möglichkeiten bringen wir viel in Bewegung.“ Göttingen stünde in Sachen Klimaschutz landesweit sehr gut da, sei aber weiterhin auf Fördergelder angewiesen. „Wir brauchen Stetigkeit in der Förderpolitik. Nachhaltig ist es nicht, sich ständig etwas Neues auszudenken“, fordert Wemheuer.

So wird Göttingen bis 2040 CO2-neutral

Die Zielvereinbarungen des Landkreises von 2018 bis 2023 unterteilen sich in die Kategorien Strom und Wärme, Verkehr, Energieeffizienz und Energieverbrauch kreiseigener Liegenschaften. Der Energiebedarf für Strom und Wärme soll bis 2040 nur noch aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Um den Mobilitätssektor treibhausgasneutral zu machen, müsse der Landkreis Göttingen bis 2040 weitestgehend unabhängig von fossilen Kraftstoffen sein. Dafür wird nach Angaben von Wemheuer an Projekten im Radverkehr und der E-Mobilität gearbeitet. Der Endenergieverbrauch müsse bis 2040 in allen Sektoren um 50 Prozent reduziert werden. Deshalb müssten erneuerbare Energien ausgebaut werden, teilt Wemheuer mit. Außerdem müsste der Energieverbrauch in den kreiseigenen Liegenschaften um jährlich 2,5 Prozent reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Photovoltaik-Anlagen gefördert und die Wärmeversorgung optimiert werden.

Von Pascal Wienecke

Um „Plätze der Verspottung des Judentums“ geht es bei einer Exkursion des Jüdischen Lehrhauses Göttingen nach Wittenberg. Unter anderem soll die Stadtkirche besichtigt werden.

29.08.2019

Südniedersachsen zählt zu den Zuckerrübenanbaugebieten in Deutschland. Wie viel Sauerstoff die Pflanzen im Sommer täglich produzieren, erklären Fachleute.

29.08.2019
Göttingen Gesundheitsforum In Göttingen Warum stehen besser ist als Sitzen

„Aufstehen statt Sitzenbleiben“ – unter diesem Motto stand das 14. Gesundheitsforum. Wie das geht, erläuterte Bettina Ahlborn, die bei den Stadtwerken für das betriebliche Gesundheitsmanagement zuständig ist.

29.08.2019