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Göttingen „Göttingen habe ich mir erwandert“
Die Region Göttingen „Göttingen habe ich mir erwandert“
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20:02 25.11.2011
Von Katharina Klocke
Wird Sonntag 100 Jahre alt: Hildegard Tittelbach lebt seit fast 40 Jahren in Göttingen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Glasklar blickt die Rentnerin zurück: auf die Arbeit als Sprechstundenhilfe eines Zahnarztes, die Hochzeit mit einem Uhrmachermeister, den Tod des ersten Mannes im Zweiten Weltkrieg und die Bomben, die Haus und Geschäft zerstörten. Tochter und Sohn musste sie allein großziehen.
Sie ließ sich in Eisenach zur Buchhändlerin ausbilden, arbeitete später in Leipzig. Auch Tittelbachs zweiter Ehemann, den sie kennenlernte als die Kinder bereits erwachsen waren, starb früh. Mit 61 Jahren zog die Witwe nach der Pensionierung in den Göttinger Ortsteil Nikolausberg, wo ihre beiden älteren Schwestern wohnten. Gemeinsam unternahmen die Seniorinnen Spaziergänge, „Göttingen habe ich mir erwandert“, besuchten Konzerte und Theateraufführungen.

Seit 21 Jahren lebt sie mittlerweile im Wohnstift, und das sehr gern, betont sie. Im Sommer genießt die Rentnerin besonders ihren Balkon, von dem aus sie ganz Göttingen überblicken kann. An einen Umzug zu Sohn oder Tochter nach Berlin oder Dresden hat Hildegard Tittelbach nie gedacht, „ich fand Göttingen immer schön und hatte hier viele Freunde“. Besucht hat sie die Familienmitglieder aber oft solange sie mobil war, unternahm Reisen nach Österreich, Dänemark und Schweden „und war vom Wohnstift aus einmal in Paris“.

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Auch wenn sie mittlerweile nicht mehr reist: Kurze Strecken kann sie noch ganz gut laufen, für längere bedient sie sich eines Rollators. Denn Spaziergänge macht sie immer noch, „ich gehe oft in den vorderen Garten, das ist ein sehr schön angelegtes flaches Gelände“.