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16:24 25.11.2019
Zeigten Flagge im wahrsten Sinne des Wortes (v.l.): Landrat Bernhard Reuter, Gleichstellungsbeauftragte Angelika Kruse und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Flagge zeigen“ – am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, trifft die vielzitierte Metapher in Göttingen auch auf die reale Welt zu. Vor dem Kreishaus hissten am Montagmittag Landrat Bernhard Reuter, Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Angelika Kruse, drei Flaggen.

Seit 2001 wird in Göttingen der Gedenk- und Aktionstag begangen, maßgeblich organisiert vom Bündnis „Frauenforum Göttingen. In diesem Jahr stehen das Hissen der Flaggen, eine Mahnwache auf dem Wilhelmsplatz am Montagabend und die Illumination öffentlicher Gebäude in der Aktionsfarbe Orange im Mittelpunkt.

Mutmaßlicher Doppelmord von Grone schwebt über allem

Bevor sie vor dem Kreishaus den Akt der symbolischen Politik vollzogen, wiesen alle Redner darauf hin, dass Symbolpolitik und Worte auf Dauer nicht reichen werden, um der Gewalt gegen Frauen wirksam entgegentreten zu können. Landrat Reuter sagte dazu: „Taten wie die in Grone vor wenigen Wochen lösen bei uns allen großes Entsetzen aus, aber nur beim Entsetzen darf es nicht bleiben.“ In dieselbe Kerbe schlug Oberbürgermeister Köhler: „Nur die Symbolik hilft uns nicht weiter, wenn wir über den 25. November hinaus nichts tun.“

Öffentlichkeitsarbeit mal anders: Im Kreishaus haben Frauenbeauftragte Angelika Kruse und ihre Mitarbeiter einen „Zwergenaufstand“ aufgebaut. Quelle: Niklas Richter

In diesem Jahr sei der Tag gegen Gewalt an Frauen in Göttingen von besonderer Bedeutung, waren sich die Redner einig. Mit abstrakten Zahlen zu hantieren, stelle immer eine künstliche Distanz zur Gewalt gegen Frauen her, sagte Reuter. Dabei würden Taten wie der mutmaßliche Doppelmord in Grone am 26. September deutlich zeigen, dass es Gewalt an Frauen nicht nur weit weg gebe.

„Gewalt vernichtet Gesellschaft“

Kruse sprach davon, dass es sowohl private als auch öffentliche Räume gebe, in denen Frauen nicht ausreichend vor Gewalt geschützt seien. „Gewalt vernichtet Gesellschaft – für Frauen und Männer“, ergänzte Köhler. Der Kampf gegen jede Form von Gewalt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Außerdem stellte vor dem Kreishaus Cornelia Renders vom Sprengel Hildesheim-Göttingen eine Aktion vor, die zwar ebenso symbolisch, aber nicht auf den 25. November beschränkt auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen soll: den „Donnerstag in Schwarz“. Das Tragen schwarzer Kleidung an Donnerstagen solle das Problem dauerhafter in die Öffentlichkeit rücken. Renders betonte, in erster Linie brauche es mehr Hilfs- und Beratungsangebote für betroffene Frauen.

Der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen

Jedes Jahr am 25. November veranstalten Menschenrechtsorganisationen und andere Vereinigungen weltweit den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen – oder, etwas kürzer: den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Seine Ursprünge hat der Gedenk- und Aktionstag in Lateinamerika, wo Feministinnen ihn 1981 ins Leben riefen. 1999 griffen die Vereinten Nationen die Idee auf und verabschiedeten eine Resolution.

Die Farbe Orange als Kennzeichen des Aktionstages wurde ebenfalls von den Vereinten Nationen ausgewählt. Sie soll für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen stehen. Jedes Jahr werden nicht nur in vielen Städten wichtige öffentliche Gebäude orange angestrahlt, sondern die Farbe prägt auch die Protestaktionen an diesem Tag: Orangefarbene Transparente, Luftballons und T-Shirts sind dann auf den Straßen zu sehen.

Von Tammo Kohlwes

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