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Göttingen „Göttingen sheltert“ für Katastrophenhilfe
Die Region Göttingen „Göttingen sheltert“ für Katastrophenhilfe
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15:00 27.02.2019
„ShelterBox“-Infostand der Rotarier beim Kindertag von Pro City im September 2018. Quelle: r / Lembcke
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Göttingen

Unter dem Motto „Göttingen sheltert“ unterstützen die vier Göttinger Rotary-Clubs gemeinsam mit den angeschlossenen Organisationen Rotaract, Interact und Innerwheel Göttingen die weltweite Katastrophenhilfe „ShelterBox“. Um regionale Aufmerksamkeit bemüht sich vor allem Tim-Benjamin Lembcke vom Rotaract-Club Göttingen.

Idee nach Göttingen mitgebracht

Als der 30-Jährige im Mai 2018 nach Göttingen kam, um hier zu promovieren, da brachte er die „ShelterBox“-Idee gleich mit: Für die seit dem Jahr 2000 existierende und 2007 in Deutschland eingeführte Hilfsaktion engagiert sich der Wirtschaftsinformatiker bereits seit rund acht Jahren, lange auch als Koordinator der sogenannten „ShelterBox“-Botschafter hierzulande. Er und seine Mitstreiter seien alle deutlich unter 30 gewesen, als sie das Projekt in Deutschland etabliert und nach und nach entsprechende Strukturen geschaffen haben: „Das fühlte sich an wie eine Start-Up-Gründung“, schmunzelt Lembcke, ohne dabei den ernsten Hintergrund zu konterkarieren.

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Schnelle Hilfe bei Naturkatastrophen

„ShelterBox“ ist eine internationale Hilfsorganisation. Sie unterstützt Menschen, die durch Naturkatastrophen oder Konflikte ihre Existenzgrundlage verloren haben, mit Notunterkünften und lebensnotwendigen Hilfsgütern. „Seit der Gründung im Rahmen eines Rotary-Projektes in Großbritannien war ,ShelterBox’ bereits in mehr als 95 Ländern im Einsatz und hat Ersthilfe für mehr als 1,25 Millionen Menschen geleistet“, berichtet Lembcke.

Vor jedem Einsatz werde individuell entschieden, welche Materialien vor Ort am dringendsten benötigt werden. Neben klassischen „Überlebenskisten“ stünden weitere Hilfsgüter bereit – darunter robuste Zelte, Wasserfilter oder Solarlampen, ebenso Medikamente und Lebensmittel. Finanziert werde „ShelterBox“ ausschließlich durch Spenden.

„ShelterBox“ ist „schlank aufgestellt“

Und die sind nötig: Allein die fundierte Ausbildung der ehrenamtlichen Einsatzhelfer in aller Welt koste pro Person etwa 20 000 Euro. Dafür sei „ShelterBox“ allerdings organisatorisch schlank aufgestellt, verursache keine hohen Verwaltungskosten – und sei sehr mobil. „Die Zelte wiegen zum Beispiel nur 33 Kilogramm und können von zwei Personen getragen werden“, erklärt Lembcke.

In der Zentrale im britischen Cornwall und in Zwischenlagern an wichtigen Knotenpunkten in aller Welt seien permanent Hilfsgüter vorrätig, um im Ernstfall jederzeit und überall schnell helfen zu können. „Vor allem die Mobilität unterscheidet uns auch von größeren Hilfsorganisationen, die vielleicht nicht immer überall sofort hinkommen“, sagt der Student.

Präsenz durch Infostände und Aktionen

Um die Organisation in Göttingen bekannt zu machen, holte Lembcke gleich mehrere „Mitglieder der rotarischen Familie“, wie er sie nennt, mit ins Boot: die Rotary Clubs Göttingen, Göttingen-Hann. Münden, Göttingen-Sternwarte, Göttingen-Süd, den Rotaract-Club Göttingen und den Interact-Club Göttingen, dazu auch noch Inner Wheel Göttingen. Der daraus entstandenen Initiative gab er den Namen „Göttingen sheltert“. „Das ist ein ganz besonderes Projekt, da sich selten so viele verschiedene Clubs generationsübergreifend zusammentun“, betont Lembcke.

Gemeinsam aktiv für „ShelterBox“ (von links nach rechs): Dr. Gerd Rappenecker (Präsident Rotary Club Göttingen), Hasso Werk (Präsident Rotary Club Göttingen-Sternwarte), Norbert Liekmeier (Präsident Rotary Club Göttingen-Hann. Münden), Susanne Heller (Präsidentin Rotary Club Göttingen-Süd), Tim-Benjamin Lembcke (Rotaract Club Göttingen, ShelterBox-Germany-Botschafter). Quelle: r / Ulrike Liekmeier

Und zusammen haben sie inzwischen tatsächlich einiges bewirken können: Seit Mitte 2018 sei eine „gute fünfstellige Summe“ zusammen gekommen. „Wir machen einerseits auf unsere internationalen Hilfsprojekte aufmerksam, und andererseits kommen wir mit Menschen in der Stadt in den Dialog zu unseren Sozialprojekten“, beschreibt der gebürtige Bad Schwartauer, der zuletzt mehrere Jahre in Berlin gelebt hat. Mit vielfältigen Aktionen versuchen die Rotarier, „ShelterBox“ ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bekommen.

„ShelterBox“-Infostand der Rotarier beim Kindertag von Pro City im September 2018. Quelle: r / Lembcke

So waren sie beispielsweise mit Infoständen beim Kindertag von Pro City oder beim Wirtschaftsempfang in der Lokhalle präsent. Ein Club habe zusammen mit der Göttinger Produktionsschule Vogelhäuser hergestellt und diese gegen Spenden abgegeben, ein anderer plane ein Benefizessen mit etwa 70 bis 80 Gästen. Im Umfeld des nächsten BG-Heimspiels am 3. März gegen Vechta werde „ShelterBox“ ebenfalls vorgestellt – und dies sei auch jederzeit bei Firmen-Events oder anderen Veranstaltungen möglich.

Aber nicht nur finanzielle Hilfen sind laut Lembcke willkommen: „Jeder kann Botschafter für ,ShelterBox’ werden“, erklärt der Student. Wer sich dafür interessiert, kann beispielsweise am 30. und 31. März ein zweitägiges Seminar im Intercity-Hotel Kassel besuchen.

Infos, Kontakt und Spendenkonto

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte auf goettingen.shelterbox.de. Spendenkonto des Rotary-Freundes- und Hilfskreises Südniedersachsen e.V. bei der Deutschen Bank Göttingen: DE87 2607 0024 0033 9333 13, Verwendungszweck: „Spende für ShelterBox & Anschrift & E-Mail“.

„ShelterBox“-Infostand der Rotarier beim Kindertag von Pro City im September 2018. Quelle: r / Lembcke

Von Markus Riese

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