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Göttingen Göttingen will extra Sprachlerngruppe für Flüchtlinge
Die Region Göttingen Göttingen will extra Sprachlerngruppe für Flüchtlinge
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00:21 03.03.2019
A.05.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Sprachkurse Quelle: dpa
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Göttingen

Mit einer schulunabhängigen Sprachlerngruppe will die Verwaltung Kinder und Jugendliche auffangen, die als Flüchtlinge oder EU-Migranten nach Göttingen kommen und kein Deutsch sprechen. Erst von dort aus sollen sie nach einer gewissen Zeit an eine passende Regelschule weitergeleitet werden.

Alle Ratsfraktionen unterstützen Vorstoß

Ob es diese Sprachklasse in naher Zukunft geben wird, ist allerdings offen. Zuständig für die Sprachförderung von Flüchtlingen ist das Land Niedersachsen. Dort soll die Stadtverwaltung jetzt einen entsprechenden Antrag stellen. Einstimmig haben die Mitglieder des Schulausschusses des Rates die Verwaltung dazu am Donnerstagabend aufgefordert. Den Antrag dazu hatten zuvor alle Ratsfraktionen sowie Pirat Francisco Welter Schultes als Einzelkämpfer unterzeichnet.

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Hintergrund sind Probleme, die im vergangenen Herbst offenbar geworden waren. Grundsätzlich werden Kinder und Jugendliche aus dem EU- und Nicht-EU-Ausland in Regelschulen aufgenommen und lernen dort sofort gemeinsam mit den anderen Kindern. Für ihre Sprachförderung gibt es vom Land kleine Kontingente an Lehrerstunden. Kommen allerdings Schüler während des laufenden Schuljahres in Göttingen an, gibt es meistens kaum freie geeignete Plätze für sie. Besonders problematisch ist es zudem, wenn die Kinder selbst in ihrer Muttersprache nicht alphabetisiert und damit schwer beschulbar sind.

Viele Analphabeten

Als im Herbst relativ viele Kinder in dieser Situation zusammengekommen waren, hatte der damalige Schuldezernent Alarm geschlagen – auch mit Blick auf die vom Land angemahnte Schulpflicht. Daraus hat sich der jetzige Vorstoß entwickelt. In der eigenständigen Sprachlerngruppe sollen die Schüler mindestens sechs, aber maximal zwölf Monate lernen, bevor sie weitergeleitet werden, erklärte Suse Stobbe (Grüne) zum gemeinsamen Antrag.

GEW sieht Integration gefährdet

Der sei „auch im Sinne der Verwaltung“ und könne geplante Gespräche mit der Landesschulbehörde stützen, bestätigte Frank Seguin, Leiter des Fachdienstes Schulverwaltung. Kritik gab es zuvor hingegen vom Göttinger Kreisverband der Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit einer separaten Srachlerngruppe würden die Kinder gezielt von deutschsprachigen Kindern getrennt und ausgegrenzt. Das widerspreche den grundlegenden Prinzipien der Integration und und dem Grundrecht auf Bildung. Ihr Fremdheitsgefühl würde verstärkt, ein erneuter Bruch beim späteren Wechsel in eine Regelschule sei nach oft traumatischer Flucht zusätzlich problematisch. Zudem werde den Schulen mit diesem Antrag „die Fähigkeit abgesprochen, ihrer Aufgabe als Integrationsmotor nachzukommen“, heißt es in der GEW-Mitteilung.

Von Ulrich Schubert

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