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Göttingen Göttingens OB Köhler verurteilt Flyer der „Identitären Bewegung“
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Göttingens OB Köhler verurteilt Flyer der „Identitären Bewegung“

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12:00 06.08.2020
Rolf-Georg Köhler (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Göttingen, übt scharfe Kritik an den Flyern der „Identitären Bewegung“. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Göttingen

Als „perfide und abscheulich“ hat Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) Flugblätter bezeichnet, die am vergangenen Wochenende im auch von vielen Migranten bewohnten Stadtteil Grone ausgelegt und in Briefkästen gesteckt wurden. „Das ist ein primitiver Versuch, bestimmte Bevölkerungsgruppen in Angst zu versetzen“, fügte Köhler hinzu. „Ich verurteile diese Aktion aufs Schärfste.“

Verfasst und verteilt wurden die Flyer von Mitgliedern der rechtsextremen „Identitären Bewegung“. In dem Text wird Stimmung gegen Einwanderer gemacht, sowie ein Ende der Integration und die Rückkehr von Migranten in ihre Heimatländer gefordert.

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Identitäre Bewegung“ brandmarkt Vielfalt als Gefahr

Köhler sagte: „Es ist selbstverständlich, dass Menschen unterschiedlich sind. Alles andere wäre langweilig.“ Es sei wichtig, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kämen. Die „Identitäre Bewegung“ wolle das nicht: „Sie will Vielfalt als Gefahr brandmarken. Sie will Menschen in Schubladen stecke und nach Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Orientierung sortieren. Sie will ewig gestrig bleiben.“ Vor Köhler hatten bereits die Grünen und der Göttinger Integrationsrat die Flyer scharf kritisiert.

Die seit 2012 in Deutschland aktive rassistische Gruppierung macht immer wieder vor allem durch Aktionen auf sich aufmerksam. Sie vertritt die These, dass die „europäische Kultur“ von einer „Islamisierung“ bedroht sei. Die „Identitäre Bewegung“ kann auch mit nachrichtendienstlichen Mitteln vom Verfassungsschutz überwacht werden.

Von epd