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Göttingen Göttingens älteste Leuchten aus den 50ern
Die Region Göttingen Göttingens älteste Leuchten aus den 50ern
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06:17 28.03.2012
Von Britta Eichner-Ramm
Zählt zu den älteren Laternen in der Stadt: Kandelaber.
Zählt zu den älteren Laternen in der Stadt: Kandelaber. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Lässt man die Göttinger einmal schätzen, wie viele Lampen-Varianten es auf städtischen Flächen gibt, liegen die meisten Tipps weit unter der tatsächlichen Anzahl. 30 Leuchten-Varianten gebe es im Stadtgebiet, teilt Verwaltungssprecher Hartmut Kaiser mit. Beispiele der Lampen-Vielfalt sind auf dieser Seite abgebildet.

Aus den 50ern

Die Chronik der Stadt nennt den 15. April 1733 als Datum der Einführung der Straßenbeleuchtung. Heute stammen die ältesten Beleuchtungskörper aus dem 50er Jahren. Zu den älteren Leuchten dürften jene Modelle am Wilhelmsplatz zählen, ebenso der fünfarmige Kandelaber am Theaterplatz, der laut städtischer Chronik 1986 nach wochenlanger Reparatur wieder seiner Bestimmung übergeben wurde und der im Heinz-Erhardt-Film „Natürlich die Autofahrer“ von 1959 schon an seinem heutigen Platz stand.

30 verschiedene Lampen gibt es in Göttingen. Die ältesten Beleuchtungskörper stammen aus den 50er Jahren.

Alte Lampen wie der Göttinger Kandelaber am Theaterplatz sehen indes nicht nur nostalgisch aus, sondern entsprechen meist nicht mehr der Forderung nach Energieeffizienz und Stromeinsparung. Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, an der sich bundesweit 341 Städte und Gemeinden beteiligten, geben diese Kommunen (mit rund 1,6 Millionen Straßenlaternen) für die Beleuchtung eines Straßenkilometers durchschnittlich zwischen 2100 (Landgemeinde) und 4800 Euro (Großstadt) pro Jahr aus. In der Analyse heißt es weiter, dass nicht nur wirtschaftliche Gründe für eine Modernisierung sprächen, sondern auch das hohe Durchschnittsalter der Laternen. Mit 21 Jahren hätten viele das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht.

Auch in Göttingen werden nach und nach alte Beleuchtungskörper ersetzt. In den vergangenen zwei bis drei Jahren wurden allein im Bereich der Kernstadt in 20 Straßenzügen „die alten Lampen komplett gegen neue, mit energiesparenden Leuchtmitteln bestückte Leuchten ausgetauscht“, sagt Kaiser. In Teilabschnitten erfolgte der Austausch im Nonnenstieg, im Düstere-Eichen-Weg und in der Jüdenstraße.

Komplettersatz, der sich lohnt

Ein Wechsel lediglich der vorhandenen auf energiesparende Leuchtmittel ist laut Stadtverwaltung „aus wirtschaftlicher Sicht bei alten Lampen nicht sinnvoll“, da zunächst die Laternen an die neue Technik angepasst werden müssten. Nur bei Leuchten, die jünger als 15 Jahre sind, würden die HQL-Leuchtmittel (Quecksilberdampf-Hochdrucklampen) durch sparsamere Leuchtmittel ersetzt und das sogenannte Vorschaltgerät ausgetauscht. Im Stadtgebiet sei das laut Kaiser bei etwa 500 Leuchten der Fall. Seien die Leuchten älter als 15 Jahre, lohne der Komplettersatz, also auch des Leuchtenkopfs, „da hier die Einsparung an Strom- und Wartungskosten bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung überwiegt“.

Übrigens: Alle Straßenlaternen in der Kernstadt Göttingen und in Weende befinden sich im Eigentum der Eon Mitte AG. Der Energieversorger habe „ein starkes Interesse an der Reduktion der Energiekosten“ bekundet und „in den letzten Jahren insgesamt zirka 600 Lampen gegen energiesparende Modelle ausgetauscht“. Alleine in diesem Jahr sollen weitere 200 erneuert werden.

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