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Göttingen Hier entsteht Göttingens größtes Baugebiet
Die Region Göttingen Hier entsteht Göttingens größtes Baugebiet
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16:56 25.08.2018
Geplantes Neubaugebiet: Nördlich vom Holtenser Berg (unten), östlich von Holtensen (links) sollen neue Wohnungen entstehen. Quelle: Google Earth
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Göttingen

Mehr als elf Hektar Land stehen für das Vorhaben zur Verfügung. Die drei beteiligten Partner haben ihre ersten Pläne für das Areal dem Bauausschuss vorgestellt. Der Klosterkammer Hannover und Niedersächsische Landgesellschaft gehören der Löwenanteil des Geländes, das derzeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt wird. Für die städtebauliche Planung ist das Kasseler Büro „Bankert, Linker & Hupfeld“ zuständig.

30-Prozent-Quote für bezahlbaren Wohnraum

„Unser Konzept für Gebiet soll sich an die bereits vorhandene Bebauung anschließen“, erläuterte Stadtplaner Michael Linker, dessen Büro in Göttingen bereits das Dawe-Gelände in Grone und das ehemalige Brauerei-Gelände geplant hat. Für den Holtenser Berg schweben ihm unterschiedliche Wohnformen vor. „Geschosswohnungsbau ebenso wie Einfamilienhäuser“, so Linker. Dabei soll es sich, wie von der Stadt Göttingen inzwischen bei allen neu zu entwickelnden Baugebieten gefordert, bei 30 Prozent der Wohnungen um bezahlbaren Wohnraum handeln – mit Quadratmetermieten unter 7 Euro. „Diese Quote halten wir auch ein“, sicherte Linker den Baupolitikern zu.

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Planungen noch „ganz am Anfang“

Außerdem soll in dem Neubaugebiet die Ansiedlung von „freien Berufen und sozialen Einrichtungen“ möglich sein. „Es soll eine Fläche mit eigener Identität werden, mit sozialen und Freiluftangeboten“, erklärte Linker. Noch stehe nicht fest, wie viele Wohnungen entstehen. Das hänge stark vom Konzept ab. Linker kündigte an, die Öffentlichkeit bei dem Vorhaben „frühzeitig“ zu informieren und einzubeziehen. Derzeit seien die Planungen aber „ganz am Anfang“.

Bereits 2016 hatte die Stadt die Entwicklung der Fläche auf dem Holtenser Berg als Bauland angeschoben. Rund 195 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau mit anteiligem sozialen Wohnungsbau und 130 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sollten entstehen, lauteten die Kennzahlen damals.

Dienberg mahnt Klimaschutz an

Baudezernent Thomas Dienberg merkte an, dass ihm bei der ersten Präsentation Aussagen zum Klimaschutz gefehlt haben. „Der ist uns extrem wichtig“. Hier sei ein „grundlegender Abgleich mit unseren Bemühungen geboten“. Auch müsse es ein „gutes Konzept“ für die Öffentlichkeitsarbeit geben. Das Zusammenspiel der drei Akteure bei der Entwicklung des Gebietes nannte Dienberg einen „Glücksfall“, fühle sich doch die Klosterkammer dem „öffentlichen Zweck“ verpflichtet.

Ortsrat lehnt Vorhaben ab

In der Vergangenheit hatte sich der Ortsrat in Holtensen gegen das Neubaugebiet gestellt. Er fürchtete Probleme bei Hochwasserschutz und Verkehrsaufkommen. Er lehnte die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes ab.

Von Michael Brakemeier

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