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19:13 04.01.2011
Ein in kleiner Pieks mit großer Wirkung: Arzthelferin Heike Siebald impft fast im Akkord.
Ein in kleiner Pieks mit großer Wirkung: Arzthelferin Heike Siebald impft fast im Akkord. Quelle: CR
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Toralf Naue ist hausärztlicher Internist. Er rät unbedingt zu der Schutzimpfung: „Ich bin Fan der Influenza-Impfung.“ Vor allem, weil die Gefahr der Schweinegrippe geringer sei als die der „normalen“, saisonalen Influenza. Jede Saison, so Naue, sterben etwa 8000 bis 12 000 Menschen an der echten Influenza. Ein guter Schutz sei deshalb wichtig. Seit Mitte September ist der neue Impfstoff verfügbar. Der schütze sowohl vor der Influenza als auch vor der sogenannten Schweinegrippe (H1N1). Die Nachfrage sei hoch. Nach der Berichterstattung über die zwei Todesfälle in Göttingen habe Naue gestern jedoch mehr Anfragen bekommen.

Auch die Praxisgemeinschaft am Gaußwall hat alle Hände voll zu tun. Hier war der Vorrat an Impfdosen schon aufgebraucht, da die Patienten sich bereits im Oktober und November haben impfen lassen, berichtet Internistin Silke Niehaus-Hahn. Seit Montag gebe es eine „plötzliche und unerwartet hohe Nachfrage“ nach Grippe-Impfungen. Nachschub sei aber kein Problem: „Wir haben gleich nachgeordert.“ Auch Niehaus-Hahn rät zur Impfung: „Das macht auch jetzt noch Sinn“, denn die Grippe-Welle dauere bis Ende März an. Mehr als 700 Impfdosen wurden bislang in der Praxis verabreicht.

Grippe-Impfung: Wer zahlt?

„Die Regelung zur Kostenübernahme der Grippeschutzimpfung ist nicht ganz einfach“, sagt der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke. Die KVN hält sich an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts. Demnach werden die Kosten grundsätzlich für alle Patienten übernommen, die älter als 60 Jahre sind und Kleinkinder. Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen einer chronischen Krankheit (besonders der Atemwege) bekommen die Kosten erstattet. Eine erhöhte Gefährdung gilt auch für medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie „Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können“.

Sibylle Schleser-Mohr bekräftigt den Rat ihrer Kollegen. Wer viel mit Menschen zu tun hat, sollte sich impfen lassen. Denn: Man könne den Virus auch auf andere Menschen übertragen, ohne selbst zu erkranken. Sprechstundenhilfe Heike Siebald weist auf Nebenwirkungen hin. Der Arm könnte ein wenig schmerzen, ähnlich einem Muskelkater. Dass man von der Impfung krank werde, sei laut Schleser-Mohr allerdings „Unsinn“. Die Impfung erfolgt in der Erkältungssaison. Einen Zusammenhang zwischen Impfung und Erkältungssymptomen gebe es aber nicht.

Von Lukas Breitenbach