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Göttingen Göttinger Bahnhof am 31. Juli 1854 eröffnet
Die Region Göttingen Göttinger Bahnhof am 31. Juli 1854 eröffnet
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19:50 30.07.2014
Von Matthias Heinzel
Mit Trompeten, Kanonen und Festmahl: feierliche Bahnhofs-Eröffnung 1854. Quelle: Städt. Museum
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Göttingen

Um 8 Uhr morgens nahm in Alfeld der Sonderzug nach Göttingen Fahrt auf. Festgesänge und Begrüßungsfanfaren erschollen auf dem Marktplatz und vor der Universitätsaula, als sich der Zug mit dem königlich hannöverschen Innenminister an Bord Göttingen näherte. Die Göttinger Stadtkanonen schossen Salut, das Trompeterkorps der Northeimer Garde-Kürassiere schmetterte Begrüßungsfanfaren.

Um 14.30 Uhr begann ein großes Festmahl in einem Zelt vor dem Bahnhofsgebäude. Die auswärtigen Gäste konnten per Sonderzug um 19.30 Uhr wieder zurückfahren – eine neue Zeit hatte begonnen.

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Dreieinhalb Stunden nach Hannover

Die Fahrzeit nach Hannover betrug anfangs etwa dreieinhalb Stunden – eine dramatische Verbesserung. Die Postkutsche benötigte mehr als sieben Stunden. Der erste Fahrplan ab Göttingen sah täglich drei Abfahrten in Richtung Norden vor - um 5.15, 9 und 18 Uhr. Der Fortschritt veränderte das Leben in der Stadt binnen kurzem grundlegend.

Einschließlich der Arbeitswelt: Schnell musste eine Reparaturstation für die anfälligen Dampflokomotiven eingerichtet werden – die Keimzelle des späteren Lokomotiv-Ausbesserungswerks. Damit erhielt Göttingen erstmals eine Vielzahl industrieller Arbeitsplätze.

Dabei wären die Züge fast an Göttingen vorbei gefahren: Das Königreich Hannover hatte ursprünglich eine Trasse erwogen, die Göttingen hätte links liegen lassen: von Nörten über Marienstein, Parensen, Harste, Emmenhausen, Erbsen, Lödingsen, Adelebsen, Güntersen, Imbsen, Varlosen, Dankelshausen, das Schedetal, Volkmarshausen und Gimte bis nach Münden.